Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1851)
- Date
- 1851-12-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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272 Dke Aufgabe des israelitischen Handwerkers, doch alles vergebens! es ward zeitlebens kein Schwan aus ihm! — Würdet Ihr eS nicht lächerlich finden, wenn ein Sind eine Marmorsaule wegschaffen wollte? Oder umgekehrt, wenn Jemand mit kräftigem Arme, mit vieler Anstrengung endlich — einen Strohhalm aufhübe? Jeder also nach feinen Kräften und Anlagen! — ES kömmt demnach nicht darauf an, welches Fach man gewählt, sondem wi e man sich hineingefügt, wie man es versteht; nur auf die Vollkommenheit kommt eS an. Noch so klein, nur vollkommen! Nicht immer ist ja daS körperlich Größere auch daS Bedeutendere. ES gehört viel mehr Aufmerksamkeit, eine größere.Geistesgabe dazu, einen Edelstein zn schleifen, als einen Lieselstein zu behauen und zuzurichten; und doch wieder können beide, jeder in seiner Art, gleich bedeutend sein, der Steine und Ziegel behauet, und der Diamanten und Edelsteine schneidet. Und wenn gleich der Erstere ein gemeineres Handwerk zu haben scheint, weil eS viel gröber ist, so dürste eS sich doch herausstellen, wenn man fragt, welches das nützlichere sei, daß eben dem ersteren der Vorzug gebühre! Der Schein darf uns daher bei der Wahl des Handwerks nicht täuschen. Ist ja auch Gold werthvoller als Eisen, aber auch nützlicher? Keineswegs! — Es gibt also in dieser Beziehung nichts Großes und Kleines, nichts Edles und Unedles, nichts Erhabenes und Gemeines; alles ist gleich groß, edel, erhaben, sobald eS unserer Natur entspricht, und wir es "darin zur Meisterschaft gebracht haben. — So sehr ich Euch aber empfehle, vollkommen in Euerem Fache zu sein, so meine ich doch, daß Ihr nicht blos in Euerem Kreise bleibet, sondern auch hinaus und hinüber schauet über die Grenzen: Denn eS ist nothwendig, daß derjenige, der daS Eine von Grund aus kennen will, auch von andern Dingen Wissenschaft habe, welche auf ihn und seine Arbeit Bezug haben. Ihr werdet dies leicht einsehen. Der Landmann, der irgend eine Saat streuen will, der muß wohl wissen, wann er sie streuen soll, ob zum Herbste oder erst im Frühling; dann muß er wohl auch verstehen, ob der Boden sich zu der betreffenden Frucht eigne oder nicht. Und eS muß der richtige Blick und daS Ver-