Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Volkslehrer · 1851-12-01 · Heft 12 (Dezember 1851) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
1 (1851)
Issue
Heft 12 (Dezember 1851)
Date
1851-12-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3129675-3129676-3129689--0286-3132786
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

.ftinem-Handwerke und den Menschen gegenüber. 27l liten noch neuen Gebiete der gewerblichen Thätigkeit auszeichne und hervorthue. .Darum sollet Ihr Euch das genauste Verständniß von dem Kleinsten wie yon dem Größten verschaffen! ES gibt da nichts, was unbeachtet bleiben könnte, weil es etwa zu unbedeutend und. zu klein wäre! Aenn nur derjenige ist groß in seinem Fache, der auch das Kleinste und Unbedeutendste mit der größten Vollkommenheit verfertigt. Das unterscheidet den Künstler; und wir nennen nur denjenigen im wahren Sinn einen Meister, der selbst die kleinsten Theile mit vollendeter Geschicklichkeit, in genauester Umsicht verfertigen kann. Es ist wohl unnöthig zu sagen, daß der Mensch vom Kleinen zum Großen fortschreiten, und das Größte in seinem Fach erstreben soll; dem Strebenden wird es auch gelingen. Denn wie es in der gestrigen Paraschah heißt (5. B. M. 9,2.3.), wo Moses zu dem Volke spricht: „du wirst kommen, das Land zu erobern; es gibt da ein großes und mächtiges Volk, ein Riesenvolk, von dem ihr wisset und schon gehört habt, daß Niemand vor demselben bestehen könne; doch fürchtet nichts, denn der Ewige, dein Gott, ist mit dir:" so ist es überall; es lassen sich riesenhafte Hemnisse und Hindernisse besiegen; nur darf man dieselben nicht zu geringe anschlagen; nur muß man wissen, daß gegen Schwierigkeiten angekämpft werden müsse! Und mit dem Gedanken an Gott, der alles Gute gedeihen läßt, überwinden wir jedes Hinderniß, wie David spricht: '2, mit dir ziehe ich gegen feindliche Schaaren; IIP N^itt 'n5tt21, und mit meinem Gotte setze ich über Mauern. (Ps. 18,30.) Jedoch sehet Ihr: bevor der Mensch das Eine oder daS Andere wählt, um sich ihm eifrig hinzugeben, ist es nothwendig, mit sich zu Rathe zu gehen, um daS zu ergreifen, was den Kräften des Körpers und des Geistes angemessen sei. Denn Zedermann hat Gott seine bestimmte Natur gegeben, innerhalb deren er sich bewegen soll. Kennt Ihr die Fabel nicht? In einem Teiche schwamm ein Gänschen herum. Dem gefiel sein Loos nicht mehr, wollte gerne ein Schwan werden, der ein so herrliches Aussehen habe! Und eS versuchte eS mit aller Kraftanstrengung, sich ein edleres Ansehen zu geben, streckte den Hals weit aus, damit er so lange werde, wie der deS SchwanS; -------------------24*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.