Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 9 (September 1851)
- Date
- 1851-09-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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522 Abes-.Ssra über die ungeeigneten PLutim. Manche, eS zieme sich nicht, gegen einen bedeutenden Mann, der todt ist, also aufzutreten? so sage ich darauf: Geist von Gott haben wir alle, und auS Staub gebildet waren die Früheren gleich «ns. War ja Daniel ein Prophet und Meister über alle babylonischen Weisen, und dennoch sagen unseres. Meisen von ihm, er habe in seiner Berechnung sich geirrt____. Andere wieder meinen, Gott wolle nur Gefühl! (es wäre also gleichgültig, was man bete). Nun wohlan, so wollen wir lieber gar nicht beten, denn Gott kennt ja des Herzens Innerstes! — Habendoch die Alten für den BersöhnungStag ausdrücklich die Formel bestimmt: „ sei mit den Lippen der israelitischen Vorbeter, damit sie in der Sprache keine Fehler machen!" — 4. sind seine Poesieen voll Midräsch- und Agäda-Lteilend Unsere Weisen aber sagen: „kein Bibelvers weicht von seiner einfachen Auslegung"; so sollen denn auch unsere Gebete einfach, nicht mystisch sein, weder räthselhaft, noch aussergewöhnlich, noch vieldeutig." — So Aben-Esra's goldene, nicht genug zu beherzigende Worte! Er schließt seine ^Abhandlung mit folgender Stelle: Mich kann dir nicht den tausendsten Theil von den Jrrthümern der Piutim-Dichter aufführen*). Mir scheint, das Beste ist, man bediene sich ihrer nicht beim Gebete, sondern halte sich an das ursprüngliche Rituale, damit unserer Worte wenig seien, und wir nicht straffällig werden." — — *) Der höchste Grad unfinnigen GebahrenS und wahrhaft unverzeihlichen Sprach jwangeS findet sich im Machsor für ^en Versöhnungstag» nach der Aeduscha im-Schacharith." woeinVerS aus Jeremias^! 6,7), der sechzehn Worte enthält, als Thema genommen wird, worauf in einer Reihe von poetischen (?) Ergüssen über jedes einzelne Wort Variationen so buuter Art gemacht werden, daß wir in der That mit MaimonideS (ölor« l, 59) ausrufen müssen: »man möchte lachen, wenn der Nnfinn nicht beweinenSwerth wäre." Verse, ""t^OA? ^Zl? ^2?? NU "p oder ^1.^1 ^f^^ NVNidi. V^y^ enthalten einen solchen Ausbund von sprachlichem VallimathiaS, daß es in der That ein Räthsel ist, wie noch ein Rabbiner m der Welt denselben zn dulde» vermag. Gottlob, daß wir von Diesem «ad Sehnlichem unseren Gottesdienst geläutert haben! —