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Der israelitische Volkslehrer · 1851-09-01 · Heft 9 (September 1851) · page 29

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
1 (1851)
Issue
Heft 9 (September 1851)
Date
1851-09-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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Sbn»^5Sra über die «ngeeigneteu Piuri«. 22t »Der Mensch ist im Gebete verpflichtet, an den Pforten seines Mundes Wache zu halten, und in seinem Herzen zu erwägen, er stehe vor einem Herrn, der über Leben und Tod entscheidet. Deshalb ist es verboten (^Ddv, in das Gebet Piutim aufzunehmen, deren Inhalt man nicht gründlich versteht. Namentlich sind in den Puitim des R. Elieser Hakkalir*) s.A. vier unverdauliche Stücke: 1. sind seine meisten Poesieen räthselhaft. So z. B. heißt es (im Musaf von Neujahr): „,den Himmel (kei) wird er zusammenwickeln, die neuen verdoppeln, auf diesen Tag wirst er einst das Loos, und von Zion regiert er."" Schon das Wort Rei erfordert vielfache Auslegung____Warum aber sollen wir nicht Salomo nachahmen, der an Weisheit Alle übertraf, und sein Tempelgebet ist doch so klar, jeder im Hebräischen nur irgend Erfahrene versteht eS, und es ist nicht voll Dunkelheiten und Räthsel! — Und was heißt das: „die neuen Himmel verdoppelt Gott?" gibt eS dann etwa Doppelhimmel, die man zusammenlegt? Und wie ungeeignet ist es, beim Allwissenden vom Looswerfen zu sprechen, da doch Derjenige, welcher loost, noch nicht weiß, wie es fallen würde? — Auch hätte er sich schon wegen der Anspielung auf Haman dieses Ausdrucks enthalten sollen! Endlich, wenn Gott diese ganze Schöpfung, Himmel und Erde, entfernt, wie ziemt es sich dann zu sagen, „von Zion regiert er", welches doch einen Theil der Erde bildet?" — 2. „sind seine Poesieen voll talmudischer Ausdrücke. — Bekanntlich aber begegnet sich im Talmud ein Gemisch verschiedener Sprachen.... Wer hat nun dieses Uebel über uns gebracht, in so fremdartigen Idiomen zu beten?.... Warum nicht von dem eingeführten alten Rituale lernen, das in so klarem Hebräisch abgefaßt ist? warum sollen wir medisch, persisch, lateinisch und arabisch beten?" — 3. „sind auch seine hebräischen Sprachbildungen falsch... sowie seine Reime oft dürftig und bettelhast.... Sagen nun *) Aus Cagliari; er lebte im eilfteu Jahrhundert und war der fruchtbarste her Piutim-Dichter. Die deutscheu Juden haben ßch seine Sachen augeeignet und ihm in vielen unerquickliche» Produkten nachgeahmt. —

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