Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 9 (September 1851)
- Date
- 1851-09-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3129675-3129676-3129686--0224-3132721- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Zlv Die Heimkehr de« Sohne«. Mermuth, scharf wie ein zweischneidig Schwert.— Darum mißtrauet der finnlichen Begierde! lasset ab von der Eitelkeit, von der Eigenliebe eueres Herzens^ schaffet fort die Selbstsucht, gebt kein Gehör der Verführung, folgt nicht dem bösen Beispiele, ihr Manner, Frauen, Jünglinge, Jungfrauen, Knaben und Mädchen! Und murret nicht, ihr Eltern, wenn Gott heute ein ernstes Wort zu euch redet wegen der Erziehung euerer Kinder; und murret nicht, ihr Kinder, wenn die Eltern euch zu Rede stellen über euer Betragen im vergangenen Jahre! Und ihr, Brüder und Freunde, habt ihr euch Hestern Abend nicht ausgesöhnt, nützet den Tag! lasset ihn nicht vorübergehen mit Haß im Herzen! Habt ihr etwas gegeneinander, sagt's heraus! ^'vp N'21N.zurechtweisen, ja, zurechtweisen sollst du deinen Nächsten. dwn tt^l aber nicht nachtragen sollst du ihm das Vergehen." Draussen in der Welt herrscht Falschheit, o laßt hier die Treue einkehren in euer Herz! Dann wird der Bersöhnungstag der höchste Festtag, ein Tag der Liebe, ein Tag der Seligkeit. — 3. Und das führt uns zu dem dritten Unterschiede, der unser Herz erweitert: draussen vergängliche Lust, hier dauernde Seligkeit^- Ja, diesen Gegensatz behaltet zum Schlüsse im Herzen, ihn präget euch tief ein, er bilde die Blüthe unseres heutigen Vortrags, aus ihm entwickle sich die Frucht! Mit der Freude dieses Tages hält die Weltfteude keinen Vergleich aus; wenn das Herz sich gereinigt hat, von Reue durchdrungen, von heiligem Schmerze wie von einem Feuer geläutert, eingerichtet wieder zum Heiligthume Gottes, vom Frieden bezogen, von Lieb' und Treue bewohnet: welch ein Glück, welche Wonne, welche Seligkeit! Und das ist die Aufgabe dieses großen TageS, die Freuden des Geistes, die Wonnen der Seele zur Geltung zu bringen, daß der Mensch, der Sohn GotteS, fühle, wie dieselben so erhaben stehen über den Freuden des Leibes, als der Himmel erhaben ist über der Erde! Ja, Ein solcher Tag ist besser, denn sonst tausend, weil taufend Tage der Weltlich dem Herzen keine Beseligung geben^ dieser Eine Tag aber