Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 9 (September 1851)
- Date
- 1851-09-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3129675-3129676-3129686--0220-3132717- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
so« Die Heimkehr des Sohnes. mich?" Und die Selbstsucht nimmt einen Maulkorb vor, — und auch die Liebe schweigt und kauert. — Da erröthet der Man» wegen seiner Thorheit, da schämt sich der Jüngling, daß er sich habe verführen lassen; bitterer Vorwurf trifft uns alle! — — DaS ist da» Werk deS Versöhnungstags, dieses großen TageS, der mehr wirkt als sonst tausend Tage; draussen süße Schmeichelei, hier bitterer Lorwurf. S. Und darum auch: draussen ausgelassene Freude, hier tiefgehender Schmerz. Denn wenn draussen im Treiben der Welt auch ein Vorwurssich regt in der Brust, er ist nicht von Erfolg; in der rauschenden Freude verhallet er. Die Menschen find wie leichtsinnige Haushälter; sie «ollen an ihr unverantwortliches Leben nicht gemahnt sein. Und Ein Gut um daS andere verpfänden sie der Welt, diesem wucherischen Pfandhause; sie wollen sich einen guten Tag machen! — Daß ihr inneres Hauswesen dabei zu Grunde gehe, daß ihre Kinder an den höchsten Gütern deS Lebens, an Gottesfurcht, an LebevSernst und an sittlicher Gediegenheit verarmen, das kümmert sie nicht, wenn sie nurvergnügt sind!—NM 1^—O würden sie klug sein, sie würdendas besser überlegen, VN'^^^ .sie würden an die Zukunft denken! WaS gab unfern Vätern den Muth, mitten im Unglück froh und heiter zu sein? — Antwort: DieErhebung über das Unglück! Die Religion war bei unseren Vätern ein unantastbares Gut^ NO^P wovon sie und ihre Kinder die Zinsen genossen an Lebensfreude, an LebenStrost, an Lebensheiligung und Erhebung. Leichtsinnige! wollt ihr jenes Hauptgut antasten? wollt ihr's vergeuden? wollt ihr's verscherzen, sammt den Zinsen, daß euere Kinder darben mitten in ihrem scheinbaren Glück? Höret darum heute die Stimme Gottes, wo die Weltfteude schweigt. Tiefer Schmerz erfüllte unser Inneres, daß wir den Ruf unseres VaterS so oft leichtfertig mißachtet haben. Wir konnten fromm sein, und wir waren's nicht! wir sollten Hüter