Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 9 (September 1851)
- Date
- 1851-09-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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ISY / Die Heimkehr des Sohnes. die faulen Gäste, die nur verzehren, nichts einbringen, das find die Leidenschaften, das sind die irdischen Wünsche, das find die finnlichen Bedürfnisse! Sie laden wir in solcher Zahl in unsere Wohnung ein, daß wir selbst gar keinen Platz mehr finden, daß unser geistiges Leben elend und hungrig und darbend-verküs^— mert! — Und woran denkt der Kaufmann, wann er rechnet? daß fein Geld zunehme! Warum denkt er nicht daran, daß Gott einst rechnen werde mit ihm, und er sorgen müsse für sein ewiges Gut? — Woran denkt der Gewerbsmann, wann er hämmert? daß sein irdischer Verdienst wachse! Warum denkt er nicht daran, daß man bald hämmern werde seinen Sarg, damit er sorge für sein höheres Verdienst? — Woran denkt der Landmann, wann er gräbt? daß die irdische Saat wohl bestellt werde! Warum denkt er nicht daran, daß man bald ihn in die Erde legen werde, damit er sorge für die Saaten seiner Seele? Alle, Alle arbeiten sie für den Leib, Wenige, und diese nur selten, gedenken ihrer Seele! — Sehet, dazu ist gegeben der Versöhnungstag, ein Seelentag, daß der Mensch sich selbst wieder finde, der Geist, dieser in eine fremde Welt hinaus verschlagene Sohn, zum Hause seines Vaters wiederkehre. Heute und Morgen, da werden jene trägen Gäste ausgetrieben, die Seele erfüllet daS ganze Haus. Der Sohn des Himmels, der göttliche Geist, bringt diese schlechte Gesellschaft nicht mit in das Vaterhaus, damit er wieder komme zu sich, wiederfinde sich selbst. II. Das ist der erste Fund. Der zweite ist, daß der Sohn wieder finde feine« Vater. O welche innigen Worte läßt der Prophet die göttliche Stimme ausrufen über Ephraim, den verlorenen, über IS- * rael, den wieder reuevoll heimgekehrten Sohn! Der Vater wundert sich gleichsam über sein eigenes Herz, daß er ein solches Kind, ein so verwahrlostes, ein so undankbares Kind, noch also liebe, und er fraget erstaunt: ist denn Ephraim