Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 9 (September 1851)
- Date
- 1851-09-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Eintritt n'S Vaterhaus. t95 Elternhaus, da stiegen aus dem Herzen, eines nach dem andern, die Gebilde der entronnenen Tage auf, und es trat die Aussenwelt in den Schatten, und wir sahen unö wir fanden uns selbst wieder. Und mit jedem Schritt naher zum Elternhause verstärkten sich diese Gefühle, und sie erreichten ihren Höhepunkt beim Eintritt in das Haus. Jeder Gegenstand sprach uns an; jede Stelle erzahlte uns Geschichten aus den Zeiten unseres Glückes. Da stellten wir Vergleichungen an zwischen Dem, was wir waren, und Dem, was wir geworden; unsere Fehler und Mängel wurden uns klar; unsere Vergangenheit stand im freudigen Lichte deS Aufgangs, unsere Gegenwart im wehmüthigen Lichte des Untergangs. NVN)'2 Ja, nachdem ich heimgekehrt war, besann ich mich! — Und so sollen wir auch am Versöhnungstage, wann wir aus der Fremde heimkehren zum Hause des Vaters, finden uns selbst; unser besseres Selbst, unser edleres Ich sollen wir wiederfinden beim Eintritt in's Vaterhaus. Das bedenket, das beherziget in dieser ernsten Stunde! Denn Das, wofür wir das ganze Jahr sinnen und sorgen, das sind wir nicht selbst; das ist nur die Hülle, die Wohnung unseres Selbstes. Denn unser Selbst, das ist die denkende Seele! — Was sagt ihr aber zu solchen Thoren, die auf die Verherrlichung eines Hauses all ihre Schätze verwenden, das nicht ihnen gehört, worin sie nur Miethleute sind? Und solche Thoren sind wir selbst! Spreche doch Jeder zu seiner Seele: „du, vernünftiges Wesen, willst du alle Schätze deiner Gedanken auf den Leib verwenden, in welchem du nur zur Miethe wohnest? aus welchem du ausziehen mußt, sobald der Hausherr es verlangt, oft ohne Kündigung? plötzlich und unerwartet? WaS hilft dir dann Alles, was du auf dein HauS verwendest, wenn du nicht bewegliche Güter besitzest, Tugenden und Vollkommenheiten, welche du mitnehmen kannst in die neue Wohnung, welche du beziehen wirst?" — Und sagt mir weiter: waS find Das für Thoren, die eine große Anzahl lustiger Gäste in'S .Haus laden, die nur verzehren, die nichts einbringen — so daß sie am Ende selbst keinen Platz mehr finden im Hause? Und solche Thoren wieder sind wir selbst! Die Wohnung ist der Leib, und tS»