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Der israelitische Volkslehrer · 1851-08-01 · Heft 8 (August 1851) · page 20

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
1 (1851)
Issue
Heft 8 (August 1851)
Date
1851-08-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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188 7 GotteSdlenfilicheS. noch öffentlich ihre Gehörigkeit zu uns ^ünd erfrischen an der erquickenden Quelle frommer Andacht jene unzerstörbaren Wurzeln, womit ihre Herzen noch in dem heiligen Erblande des l JudenthumS haften. —! ES sind diese Tage daher für den Rabbiner und israe-! »tischen Prediger der Neuzeit von besonderer Wichtigkeit, legen j ihm aber auch bei der Um- und Bessergestaltung des GottesdiensteS nicht zu übersehende Rücksichten auf. Dann gerade jene! seltenen Gäste in unserem Gotteshause sind es gar oft, die auf > Reformen an diesen Tagen am wenigsten gut zu sprechen sind. Es ist das Psychologisch sehr leicht zu erklären. Wie ein Kind, i das lange nicht im Vaterhause war, dort gerne Alles an seiner! Stelle findet, um in jugendlichen Erinnerungen zu schwelgen, so! Jene bei ihrem Neujahrsbesuche im Gotteshause. Da wollen sie AlleS unverrückt an seiner Stelle finden, kein liebgewordenes altes j Möbel sei abgeschafft; da wollen sie auch, das Eine Mal, „recht^— beten, d. h. Alles, grob und kraus Gedrucktes. Kein ,55^01^ soll! ihnen fehlen; kein Schrei an gewohntem Orte; und Leute, die sich! von der altjüdischen Lebensweise in ihrem Hauswesen total loSgej sagt, finden Mißhehagen am Gottesdienste, wenn am Vorabende I deS Versöhnungstages das beliebte »Hei^ in der letzten SeLeKa nicht mit allen Koloraturen vorhanden ist. Dagegen aber haben j wir wieder die freudige Erfahrung gemacht, daß gar Manche, s die sich dem Gotteshause gänzlich entfremdet, seit Jahrzehnten^ j aus Widerwillen gegen die verwahrloste alte Gottesdienstweise, - gar keine Synagoge mehr besucht hatten, von der besseren Lrd- - nung, von Predigt, deutschen Gebeten und regelmäßigem Gesänge angezogen, sich wieder einstellten, sich, wenn auch uur durch den Besuch der Synagoge an diesen höchsten Feiertagen, doch von der! elektrischen Strömung deS religiösen Gefühles wieder erschüttert! und mit der Glaubensgemeinde lebendig verbunden fühlten. Um nun aber jenen anziehenden, besseren gottesdienstlichen Elementen Raum zu verschaffen, ist eS natürlich nothwendig, Mehreres von! dem Alten hinweg zu räumen, und doch darf sich darunter wieder j nicht Solches befinden, dessen Beseitigung die religiöse Empsindung eines' anderen Theiles zu sehr verletzen würde. Beides nach j Kräften zu erzielen, waren wir mit bestem Willen eifrig bestrebt. — Wir haben daher viele unwesentliche?iutim weqgeschafft, die besseren Stücke aber, dann solche, auf welche die Piei tät besonders hält, beibehalten. Das deutsche Element haben wir Z bedeutend verstärkt, um dem Gottesdienste mehr Abwechselung Z und Manichfaltigkeit zu geben, wodurch wir eine Ordnung ge- Wonnen haben, welche namentlich am Versöhnungstage die Syna- ^. gogenbesncher andauernd beschäftigt und fesselt, indem alle diei

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