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Der israelitische Volkslehrer · 1851-07-01 · Heft 7 (Juli 1851) · page 23

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
1 (1851)
Issue
Heft 7 (Juli 1851)
Date
1851-07-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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IRI
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Bücherscha«. unS da» Prinzip der Verjüngung durch den Mund der Volkslehrer nach den Anforderungen der jedesmaligen Zeit. Nie stand diese Entwickelung stille; selbst unter der Eisesdecke des mittelalterlichen Judenthums geht dieselbe, wenn auch langsameren Stromes, vorwärts; wie sollte, wie könnte sie in unserer drängenden, treibenden Zeit aufgehalten werden? — Zu der uns vorliegenden Predigt zurückkehrend, welche obige Ideen weiter auseinander setzt, glauben wir unseren Lesern einen Dienst zu erweisen, wenn wir sie in einigen wichtigen Stellen, den geehrten Verfasser selbst hören lassen. Im 1. Theil schildert er den Streit zwischen Pharisäern und Saduzäern; er sagt von den Ersteren: „Wir sind keine blinden Verehrer und Anhänger aller ihrer Lehren und Ausspruche, wir müssen, wo es gilt, ihre Deutungen bekämpfen, ihrem Nrthcil entgcheu treten und ihre Stützpuukte niederwersen. Aber der Wahrheit sind wir die Ehre schuldig: Sie haben durch ihre Nermittelung das Judenthum gerettet. Sie kämpften für den Geist der Schrift und die Bildung der Zeit; für den Fortschritt der Geschichte und das Recht des Lebens. Ehre, unverwelkliche Ehre sei darum ihrem Andenken geweihet." „Die Saduzäer waren Männer des todten Stillstandes, Vergötterer des Buchstabens. Ihr Kampf war gegen den Geist der Schrift, gegen die Bildung einer fortgeschrittenen Zeit, gegen die mächtigen Forderungen eines wohlberechtigten jungen Lebens gerichtet. Darum ist ihr Name verschollen, ihre Lehre eine unfruchtbare geblieben, wie das Thal Etan, daS nicht gepflügt, nicht besäet und nicht bepflanzt werden konnte; ihr Dasein wie ihr Kämpfen ist spurlos vorübergegangen, ein schwacher verhallender Laut in dem Lebensgeräusch der Geschichte." Hierauf geht er auf die Gegenwart über: „Was wollen wir, wofür kämpfen wir? Für die Erhaltung, für die Fortbildung des Judenthums, indem wir die alte Lehre im Geist und im Lichte der neuen Bildung auffassen, indem wir daS alte Gesetz nach den berechtigten Forderungen des juugen LebenS umgestalten; indem wir überhaupt für das Recht der Bildung und der Sitte, des Geistes und des Fortschritts unermüdet streiten."

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