Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1851)
- Date
- 1851-07-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Bücherschaa. »Und wofür kämpfen unsere Gegner S Sie sind, meine Freunde, die modernen Saduzier. Sie halten krampfhast fest an dem überlieferten Buchstaben und kämpfen gegen den Geist der Religion, gegen den Fortschritt"der Zeiten. Sie wollen unverbrüchlich und buchstäblich an derjenigen Deutung der Schrift festhalten, mit welcher einst die Pharisäer das Juventhum gerettet; sie übersehen aber, daß jene Männer das Judenthum nicht durch den Inhalt einer bestimmten Deutung gerettet haben, sondern durch das Lebeusprincip überhaupt, daß die Religion jedesmal nach den Erfordernissen der Bildung und der Zeit gedeutet, d. h. aufgefaßt und angewandt werden müsse." Am Schlüsse deS dritten Theiles heißt es: „Die wahre Reform fordert einen stärkern Glauben, ein größeres Vertrauen; sie entbindet nicht bloS, sondern sie bindet auch inniger und geistiger; ste erleichtert nicht blos, sondern sie erschwert auch. Ja, sie fordert Schwereres, als vorher gefordert wurde. Wenn die Propheten, jene unsterblichen Reformatoren des Gesetzes, ihren Zeitgenossen zuriefen: „Liebe verlange ich und nicht Opfer," so ist die Liebe, die Selbstverleugnung, die Hingebung deS ganzen finnlichen Lebens an Gott und sein Pflichtgebot in der That unendlich schwerer als das äußerliche Opfer. Und nur, weil der innere Dienst des Geistes und des Herzens, 2725 NNIIZ^nicht bloS erhabener, sondern auch schwerer ist als der Süßere Dienst des Leibes und der Glieder, V^28N, wird dieser um jenes willen erlassen." „In diesem Sinne, meine Freunde, sind die Erschwerungen der Pharisäer zu würdigen. Wir können über die religiöse Verbindlichkeit ihrer Erschwerungen für die Gegenwart anderer Meinung sein und find es auch; aber mit dem religiösen Geist, auS welchem sie jene Erschwerungen für ihre Zeit erließen, müssen wir nnS einverstanden erklären. Es ist dieser Geist das Prinzip der innerlichen Reform. Nur mit diesen Erschwerungen erkauften sie sich daS Recht der Erleichterungen, nur mit der Macht deS innerlichen Geistes siegten sie über die Gewalt deS Buchstabens. Und dieser Sieg kann und wird auch uus nicht fehlen, wenn wir die Reform deS Zudenthums in diesem Geist erfassen und zur Wahrheit, zur lebensvollen Wahrheit machen." (D,e Fortsetzung der Rubrik „GotteSdienstlicheSim nächsten Hefte, weil wir das Betreffende über Neujahr- und VersöhnungStag!» Zusammenhange gebes wollen.)