Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1851)
- Date
- 1851-07-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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1S4 Bücherschau. Die heilige« Lehrer der Vorzeit. Antrittspredigt, am!0. Dezbr. 1850 in der Synagoge zu Szegedin gehalten von Leopold Low, Oberrabbiner daselbst, vormals zu Groß- Aanisza und Papa. AuS den Tiefen Ungarns, von den Usern der TheiS, wehen uns die Töne der deutschen Sprache heimlich an, noch heimlicher die gute Gesinnung eines begabten Predigers in Israel. In blühender Diktion schildert Herr Low, in dreimal dreitheiliger Rede, das Wirken eines pflichtgetreuen Volkslehrers, angereiht an das Wirken der Propheten in der Borzeit Er fragt: I. Welches Ziel sollen wir bei unserem Wirken im Auge haben? Wahrheit, Gerechtigkeit, Frieden! II. Welche Mittel stehen uns dabei zu Gebote? Synagoge, Schule, Familie! III. Und welche Gesinnungen sollen uns dabei durchdringen? Begeisterung, Demuth, Vertrauen! Diese neun Theile, bei denen wir nur zu m. t. bemerken möchten, daß „Begeisterung" weniger eine Gesinnung als eine Seelenstimmung ausdrücke, bieten dem für seinen Beruf durchglühten Redner ein reiches Feld der Besprechung, und sind ebenso schön angelegt als wohl durchgeführt. Wir lassen, um von der Gesinnung der Predigt wie des Predigers Zeugniß zu geben, eine Stelle aus II. I. hier folgen: „Im Alterthume war zwar das HauS des Herrn nicht der Ort, wo die Propheten eine besondere Thätigkeit entwickelt hätten. Zuweilen sprachen sie wohl in den Vorhösen des Tempels zum Volke, aber in der Regel waren es öffentliche Platze und Markte, wo sich der Strom ihrer gewaltigen Rede ergoß. DaS gesellschaftliche Leben ihrer Zeit brachte eS so mit sich. Eigene Stätten zur gemeinschaftlichen Belehrung und Erbauung waren in ihren Tagen noch nicht vorhanden".... -Kür die Dauer konnte jedoch diese Art, dem Herrn zu dienen, nicht befriedigen. Der fromme Sinn der Väter, die Anforderungen der Zeit wahrnehmend, rief daher eigene GotteSstätten oder VersammlungShäuser inS Leben, in welchen, während der Tempel zu Jerusalem noch blühte, die