Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1851)
- Date
- 1851-07-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Geschichte von Kam «»d Abel. ltchkeit einer so traurigen Wirkung, wie sie in der That erfolgte. Hatte er doch^ noch nie einen Menschen todt gesehen und uoch nie erfahren, daß ein Mensch in Folge eines Schlages den Geist aufgeben kann! Er schlug, lief davon, sicherlich in der Meinung, Hebel würde wieder zu seinen Schafen geeilt sein, oder vielleicht gar ihm verfolgend nachsetzen; und als Gott ihn nach seinem Bruder Hebel fragt, antwortet er in aller Aufrichtigkeit und Unschuld seines Herzens: „ich weiß es nicht; soll ich gar sein Hüter sein!" Erst durch die göttliche Offenbarung erfährt er, welch schreckliches Unheil seine Hände angerichtet; da ist er denn auch sofort bestürzt, trostlos, verzweifelt, bekennt sich zu der entsetzlichen That, hält sich der schwersten Strafen schuldig. Gott aber, allwissend und allgerecht, hat früher schon in seiner Seele gelesen, hat ihm die That nicht ungestraft gelassen, aber auch nicht höher bestraft, als das Maß seiner Schuld verdiente; er hat ihm, wie später in der Gesetzgebung jedem unvorsätzlichen Mörder, Eril auferlegt, aber vor rächender Menschenhand ihn geborgen. — Wir aber haben daran ein Beispiel, wozu eS führen kann, wenn der Mensch, mit seinem Loose unzufrieden, sich dem Grame überläßt und den Neid in seiner Brust nährt; eS wird dies ein im Innern bewahrter, zu seiner Zeit losgedrückter Pfeil, von dem man nicht weiß, wo und wie er trifft. Die Schrift will uns durch die Schilderung dieses grauenvollen Auftrittes klug machen, indem sie uns lehrt, die Folgen im Voraus zu berechnen; sie will uns stark machen, indem sie uns lehrt, uns selbst, unsere Neigung und Herzenstriebe zu bewältigen; sie will uns endlich reich und glücklich machen, indem sie uns lehrt, »ufrieden zu sein und gottergeben. Sie will uns endlich lehren, mit unserem Urtheile über die Menschen, wie mit unserem lw thnle über Gott an unS zu halten; wie David spricht: (Ps. 39,2) MVNVich will hüten meine Wege, daß ich nicht fehle mit meiner Zunge! —