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Der israelitische Volkslehrer · 1851-07-01 · Heft 7 (Juli 1851) · page 13

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
1 (1851)
Issue
Heft 7 (Juli 1851)
Date
1851-07-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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«»fthichl» Bok «av «bek Kelde Nsrtn ", snd Kajin ss recht die schreiende,! Gegensätze, seine schmachtenden Becker und Hebels fette Heerden — die sich vielleicht gar an dem mühsam errungenen Ertrag von Kajins Arbeit mästeten — neben einander erblickte, da schwoll ihm rasch das Blut in den Adern, der nur unterdrückte Unmnth brach mit gedoppelter Stärke loS, „da machte sich Kajin über seinen Bruder Hebel her und erschlug ihn." Das war der grause Ausgang, den die Schrift als schreckliche Folge der Leidenschaft, geweckt und veranlaßt durch daS Grübeln über das göttliche Walten und die begehrliche Unzufriedenheit, in dürren Worten hinstellt, im Uebrigen vechandige Leser voraussetzend, welche nach dem Zusammenhang und Ton der Erzählung Kajin keines absichtlichen MordeS beschuldigen können, ihn mehr als einen Unglücklichen beklagen, denn als einen Verbrecher anklagen Verden. Wie, Kajin wäre ein absichtlicher Mörder gewesen? »sv dieser ruchlose Brudermörder müßte dann zugleich, wie «an wirklich vielfach glaubt, der frechste Gotteöläugner gewesen sein, da er glaubte, der Gottheit in's Angesicht lügen, durch Leugnen und Verstellen seine That verbergen zu können! Ist daS glaubhaft von dem Manne, der zuvor aus reinem, tiefstem Herzenstriebe die göttliche Weltlenkung so innig durch seine Dankbarkeit verehrte? Und der zu einem Ausbund von Verworfenheit entartete Mensch, nachdem er Gottes Strafwort gehört, wandelt sich plötzlich wieder um und spricht im lieber^ maß von Zerknirschung: „zu groß ist meine Schuld, um sie ertragen zu können!"? Und Gottes strenge Gerechtigkeit, welche den Mörder durch den Tod bestraft wissen will, sollte einem solchen Brudermörder und Gottesleugner, bevor er noch die leiseste Spur von Reue gezeigt, nur eine so gelinde Straft, härtere Arbeit und Eril, diktirt haben? Der die ganze Welt richtet, Er sollte nicht Gerechtigkeit üben? Darum nein und abermals nein! Kajin war weder ein absichtlicher Morder, noch vielweniger ein Gottesleugner; er war und blieb stetS reinen Linnes, im Besitze einer frommen, feinfühlenden, aber zugleich auch heftigen, reizbaren GemüthSart. Im aufwallenden Zorne schlug er seinen Bruder; er hatte keine Ahnung von der Mög-

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