Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 2 (1852)
- Issue
- Heft 11 (November 1852)
- Date
- 1852-11-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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in Strafanstalten^ Ä M. Präger. 273 siMrn Stühlen eingerichteten Synagoge wird auch ohne Anweseilhiit von 10 erwachsenen Israeliten, regelmäßig abgehalten. ' Die Sträflinge haben dazu jeder eine hebräische und deutsche Bibel, nne Tephila mit Uebersetzung (von Wessely) und mein „Mbet und' Erbauungsbuch." Sämmtliche Bücher wurden in genügender Änzähl von Gr. Justiz-Ministerium angekauft. — Der Gottesdienst wird in d e ntscher Sprache, aus der gewöhnlichen Tchhila/ itt folgender Weise gehalten: ' 'D^p PNU responsenweise; ebenso von die erste Hälfte; die andre Hälfte wird von mir allein vorgebetet; drei darauf folgende Gebetpsalmen, abwechselnd, responsenweise. Hieraüf^ti2N^ und 12^)2 von mir, "ji-Q von den Sträflingen und die'erste Segensformel ^wieder von mir.— Alles dieses in deutscher Sprache — Der erste Abschnitt des Schema wird hebr. und deutsch gebetet; die 5212 für Sabbathe und Festtage werden mit der N^NZ? von mir laut vorgebetet, und die für die Gemeinde bestimmte Responsen von den Sträflingen einstimmig in deutscher Sprache gesprochen. — Hierauf folgt das deutsche Kadisch mit seilten Responsen-; sodann Auszug aus dem Inhalte des in der Synagoge vorgelesenen Thoraabschnittes (N"N!D) und hierauf die Predigt, welche immer mehr ermuthigend und erhebend als strafend und demüthigend zu wirken sich bestrebt. — Den Schluß bildet das entsprechende Gebet aus meinem Andachtsbuche. ^— Ich habe dabei die Erfahrung gemacht, daß selbst solche Sträflinge, die rituell änßerst orthodox gesinnt und gewöhnt waren, bald mit diesem Gottesdienste sich befreundet hatten und stch befriedigter als durch den ftühern, unverstandenen hebräischen fühlten. 3. Belehrend wirke ich durch den wöchentlich zu ertheilenden Religionsunterricht in der erwähnten Synagoge. Dieser ^) Wir haben diese saubere, kleine Synagoge, für ihren Zweck entsprechend eingerichtet, gesehen, und uns doppelt gefreut, sowohl darüber, daß unsere ..yeMrtM.Müder, hier..das lautere uyd veredelnde Gotteswort von einem mitfühlenden und denkenden Lehrer verkündet bekommen, als auch über die Sorgfalt einer christlichen Regierung, welche auch dem jüdischreligiösen Bedürftnsse jnso schöner Weise Genüge zu leisten bestrebt ist.—Anmerk-d. Red.