Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 2 (1852)
- Issue
- Heft 9 (September 1852)
- Date
- 1852-09-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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in Strafanstalten, von Bezirks-Rabbiner M. Präger. 229 war unfähig, sich irgendwie seine Nahrung selbst' zu verdienen; zum Geschäftsbetriebe war er zu stupid und zu Handarbeiten zu schwach und ungeschickt. Seine Ortsgemeinde gab ihm zwar längere Zelt die Kost durch den s. g. Wandertisch bei den einzelnen Gemeindegliedern, sorgte aber im Geringsten nicht für seine übrigen Bedürfnisse. Der Sträfling selbst gestand mir in zutraulicher Weise, daß er bei diesem Wandertische zahllose Kränkungen ertragen uüd das Zuchthaus als eine Erlösung aus seiner ^ärmlichen Lage ansehen mußte; denn' hier habe er nicht nur KD, sondern auch seine übrigen Bedürfnisse und selbst eine bessre Behandlung, als in seiner Ortsgemeinde. — Ich mußte diese Angäbet! um so mehr als wahr annehmen, als er in der Regel wegen sehr geringfügiger werthloser Diebstähle eingeliefert wurde, deren letzten er sogar an seinem eigenen Vorsteher in der Art verübt hatte, daß er bei frischer That gefunden werden mußte. Ich suchte nun auf sein Erkenntnißvermögen, soweit es bei seinem stupiden Wesen anging, einzuwirken, sein moralisches Gefühl etwas zu wecken, und bemühte mich vor seiner Entlassung, durch Verwendung bei dem Rabbiner und Vorstande der Gemeinde, ihm für die Zukunft ein bessres Loos zu bereiten. Es wurde nun auch wirkW inUbrer Weise für seinen Unterhalt gesorgt, und fuhrt er jetzt nach eingezogener Erkundigung, ein ganz tadelloses Leben. Et ist nun seit länger als 5 Jahren aus der Anstalt entlassen Md hat sich sein Betragen seitdem n i ch t verschlimmert. Es dürfte dieses Beispiel von manchen Gemeindevorstehern beherzigt und erkannt werden, wie leicht durch uüzeitig es Spar e n d er G e m e in d e m i ttel e in V e r b rech er erzogen werden kann. — L Wegen Betrugs. Von W. zwölf, wegen Betrugs behandelten Sträflingen waren die Meisten Geschäftsleute, die theils durch unglückliche Geschäftskoniunkturen, theils durch mißliche Familienverhältnisse, theils durch Leichtsinn verarmten und sich durch betrügerische Mittel aufzuhelfen suchten. — Die Mehrzahl derselben bot nichts Bemerkenswertes dar, und kann ich von diesen nur einen Einzigen 20