Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Volkslehrer · 1852-08-01 · Heft 8 (August 1852) · page 20

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
2 (1852)
Issue
Heft 8 (August 1852)
Date
1852-08-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3129675-3129690-3129699--0517-3132527
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

196 Predigt. Was ist Sünde? ser Inneres und mußten beschämt ausrufen: ja, wir haben gefehlt! „Unser Vater, unser König, wir haben gesündigt vor dir!" DdWN N'Ntt So lautet das Bekenntniß, welches wir seit jener Stunde täglich mit zerknirschtem Herzen aussprechen, das Bekenntniß, mit welchem wir uns vorbereiteten auf den heutigen Tag. Und heute wiederholen wir gar oft dieses Bekenntniß, daß wir gesündigt haben und flehen gar inbrünstig : Gott möge unsere Sünden uns vergeben. — Allein: was ist denn Sünde? Wissen wir nicht, was Sünde ist, dann können wir sie auch nicht meiden Z Was ist Sünde? welche Handlung, welches Streben muß mit diesem Namen belegt werden? dieß die Frage, welche wir vor Allem uns heute beantworten müssen. Wir wollen uns gründlich zu belehren suchen über das Wesen der Sünde; denn nnr dann, wenn wir das Uebel kennen, vermögen wir es zu heilen und uns zu schützen, daß wir ihm nicht anhennfaken. So lasset uns aufschlagen das heilige Buch, aus welchem der Geist Gottes noch heute mit uns spricht; lasset uns lauschen auf diese alte Lehre, „ste ist vollkommen und labt die Seele, das Zeugniß Gottes ist wahrhaft und macht Unerfahrne weise." <Ps. 19, 8.) Die Stelle, welche jedes Jahr an dem heutigen Tage aus dem heiligen Buche zur Belehrung uns vorgelesen wird/finden wir im 3. B. Mos. Cap. 16, und da ziehen heute besonders folgende Verse unsere Aufmerksamkeit auf sich : „Und von der Gemeinde der Kinder Israels nehme er zwei Ziegenböcke zum Sündopfer und einen Widder zum Brandopfer. Ahron bringe seinen Stier des Sündopfers, und versöhne für sich und für sein Haus. Dann nehme er die zwei Ziegenböcke und stelle ste hin vor den Ewigen an den Eingang des Zeltes der Zusammenkunst. Und Ahron lege auf die zwei Böcke Loose, ein Loos für den Ewigen und ein Loos für Asasel. Und Ahron bringe den Bock dar, aus welchen daS Lovs gekommen: für den Ewigen, und mache daraus ein Sündopftr. Der Bock aber, auf welchen das Loos gekommen: für Asasel, soll lebendig hingestellt werden vor den Ewigen, um zu versöhnen auf demselben und ihn dann fort zu schicken für Asasel in die Wüste." (5 — 10) Eine Opferhandlung, welche im Tempeldienste des alten Israels nur Einmal des Jahres und zwar an dem heiligsten Tage stattfand; sie stehet einzig da, wie dieser Tag auch einzig dastehet im ganzen Jahre. — Opfer sind die heiligen Schriftzüge, mit denen im Alterthume die Religion zum Menschen sprach; sie be-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.