Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 2 (1852)
- Issue
- Heft 8 (August 1852)
- Date
- 1852-08-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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184 Erfahrungen aus seiner amtlichen Wirksamkeit ie. der Gesellschaft schlechter, in der Regel aus der tiefsten Hefe des Volkes bestehender Menschen, zu sein. Der reuemüthige, zu Erkenntniß seiner selbst gelangte Mensch will mit der Außenwelt nicht in Berührung treten; er bewirbt sich, wie die Erfahrung lehrt, aus der, nach dem alten Systeme bestehenden Anstalt, in diese pensylvanische gebracht zu werden; ist er darin, so ist er weit zufriedner; ganz gewissenhaft und aus eignem Antriebe zieht er, sobald er seine Zelle verläßt, um in die Kirche, Schule oder den Spazierhof zu gehen, das herabhängende Schild seiner Mütze vor das Gesicht, um nicht erkannt zu werden. Sein Vergehen war ein Eingriff in die Rechte der G e s e l lschaft; soll er nun zur Erkenntniß seiner selbst gelangen, so muß er aus dieser Gesellschaft heraustreten und, wie der Aussätzige bei den Israeliten in der Wüste, außerhalb des Lagers allein, isolirt sitzen; (3M.13, 46.) Der Priester soll auch ihn besuchen und genau prüfend nachsehen, ob der Schaden geheilt sei. — Die Freiheit und die Rückkehr in die Gesellschaft kann ihm erst dann wieder gegönnt werden, wenn seine völlige Genesung als sicher anzunehmen ist. - OIPQ^ 1> Wenn der Sünder ernstlich an seine Besserung denkt, muß er dahin gehen, lehren die Rabbinen, wo man ihn nicht kennt. Der Sträfling foll sich zurückziehen aus der Gesellschaft und dieses Zurückziehen wird ihm heilsam sein. — Der Sträfling nur, der in den Zuchthäusern eine Art Bürgerrecht sich erworben und in der Bevölkerung derselben eine gewisse Suprematie genießet, wird sich von der Jsolirung schwer gebeugt fühlen und für den gerade soll sie eine Strafe sein; er soll sich hier recht unbehaglich fühlen und seine Wanderungen in die Zuchthäuser durch Aenderung der Lebensweise aufgeben. Diese hier in Kürze geschilderten drei verschiedne Strafsysteme sind in drei Strafanstalten hiesiger Stadt vertreten. Ich besuche diese drei Anstalten und darf mir daher über die israelitischenSträfling e nach einem Zeiträume von zwölf Jahren wenigstens ein vergleichendes Urtheil erlauben. Ach will nun meine Erfahrungen, nach diesen erwähnten 3 Anstalten geordnet, hier mittheilen. (Fortsetzung folgt.)