Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 2 (1852)
- Issue
- Heft 8 (August 1852)
- Date
- 1852-08-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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in Strafanstalten, von Bezirks-Rabbiner M. Präger. 183 ren Zellen zu besuchen, und in ernster, aber freundlicher, Weise mit ihnen zu verkehren. — Diese Begegnung wirkt ermunternd auf das Gemüth der Menschen, die durch daS ausgesprochene Strafurtheil sich moralisch gefallen wußten; und diese ermunternde Wirkung wird durch den jeden Tag abwechselnden Relkgions- und Elementarunterricht bedeutend gefördert. — Denn außer den besondern, für die Anstalt ausschließlich angestellten Geißlichen haben zwei Elementarlehrer, m vier verschiedenen, nach Alter, Vorkenntnissen und Fähigkeiten eingeteilten Klassen die Sträflinge bis zu 60 Jahr, in den Realien zu unterrichten, und hat in hiesiger Anstalt namentlich der seit dem Bestehen derselben hier wirkende Oberlehrer die schönsten Erfolge seines Fleißes und seiner Tüchtigkeit geliefert. 3. Jeder Sträfling hat in seiner Zelle irgend ein bürgerliches Gewerbe zu treiben: Schneiderei, Schusterei, Schreinerei Weberei :c. zc. Durch diese Beschäftigung ist die sicherste Gegenwehr gegen die bei der Einzelhaft zu befürchtende Langweile und deren Folgen gegeben. 4. Werden die Mußestunden, sowie die Festtage mit Lektüre belehrender und zum Theil unterhaltender Schriften ausgefüllt. *) 5. Zweimal im Tage ergeht sich jeder Sträfling immer H Stunde, freilich wieder isolirt, in freier Lust und findet so die nöthige Erfrischung. Selbst für Verabreichung aller Arten Bäder in der Anstalt ist Sorge getragen. Durch die bereits angegebnen Mittel schwindet das Schreckbild der Jsolirung schon bedeutend, wird es aber noch mehr, 6. Dadurch, daß die Strafzeit bei der Einzelhaft im Verhältniß zu den anderen Anstalten um ein Drittheil verkürzt wird; ein Jahr Zuchthausstrafe wi^ in dieser Anstalt in 8 Monaten absolvirt. Aber abgesehen von allen diesen Gründen wird der Gefangene aus besserem Stande, der vielleicht im Affekte eine unüberlegte, strafbare Handlung begangen, ohne deßhalb durchweg schlecht zu sein, es weitaus vorziehen, allein, als in *) Die Anstalt besitzt eine schon mehrere 1000 Bände starke Bibliothek.