Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 2 (1852)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1852)
- Date
- 1852-07-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Stilles Wirken. 171 ganz Oesterreich hat, hat hier ein Werk geliefert, das gewiß auch außer des Reiches Grenzen Würdigung und Anerkennung bei Freunden der Bibel und bei Lehrern überhaupt finden wird. Zugleich erlauben wir uns, den geehrten Leser auf ein Werk desselben Herrn Verfassers aufmerksam zu machen, das vor kurzer Zeit erschien, unter dem Titel „0r tkora, Leitfaden beim Religionsunterrichte". — W. 3V. Stilles Wirken. (Von einem Landschullehrer.) Zum Vergißmeinnicht, das einsam blühte, Trat die Rose einst in Purpurpracht; Und sie sprach mit Huld zur zarten Blüthe: „Warum wohnest Du in Waldes Nacht? Warum blüh'st Du nicht im stolzen Garten, In der Schwestern anmuthsvollen Reih'n, Wo stets neue Freuden Deiner warten; Schwester, warum wohnst Du so allein?" — „Er, der mir des Himmels Blau gegeben," Sprach Vergißmeinnicht bescheidnen Blick's, „Wies mich an ein einsam stilles Leben, Und ich freu' mich dieses stillen Glück's.« Denn dem Armen kann ich Süßes sagen, Dem Verlaß'nen ruf ich tröstend zu: „„Weine nicht, laß schweigen Deine Klagen; Citte Lieb' und Heimat hast auch Du!"" „Wo die Kunst die Menschheit hat ergriffen Und sie hat zerrissen und entzweit, Da wird meine Sprache nicht begriffen, Da ist Niemand, der sein Ohr m i r leiht. Aber der, deß Herz der Gram zerwühlet, Der beweinet hingeschwuno'nes Glück: Der allein — o reiche Schwester, fühlet Meinen Trost, verstehet meinen Blick." „Denn ihm bin ich süßes Hoffnungsreichen, Daß wenn Alles, Alles liegt zerstört, Wenn ihm Niemand treue Hand will reichen, Einer dann noch seine Seufzer hört. 15*