Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 2 (1852)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1852)
- Date
- 1852-06-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Confirmations - Handlung. II. ^M-NM Und deine Mutter — und unser Aller Mutter ist die Gemeinde Israel, NM — Denn — und jetzt komme ich erst auf den eigentlichen ernsten Gegenstand unserer einleitenden Betrachtung — denn gar Manche unter Ms, und auch in unserer Gemeinde ist ihre Anzahl nicht geringe, sind der Meinung, daß, wenn auch der Glaube an Gott der Menschheit, dem Staate und der Familie, namentlich zur Erziehung und Heiligung der Jugend, ein Bedürfniß sei, so sei doch die Einkleidung dieses Gedankens in eine bestimmte confesstonelle Form, so sei doch die Bethätigung desselben durch eine besondere, unterscheidende Gottesdienstweise keineswegs nothwendig, und deßhalb müsse man, gerade des Reinmenschlichen wegen, die Kinder ohne alle confesstonelle Beziehung aufwachsen lassen. Dieft Ansicht, m. Fr., ist eine grundfalsche, ja, für den religiösem Fortschritt höchst gefährliche und verderbliche. Denn solange das allgemein religiöse Leben in der Menschheit in Confessionen sich darstellt, und das wird noch lange dauern, bevor der große Tag kommt, „wo der Ewige sein wird einzig und sein Name einzig," solange wollen und dürfen auch wir Israeliten das confesstonelle Band nicht abstreifen, wenn es gleich keine Fessel mehr sein soll, die uns sklavisch drückt; solange wollen und müssen wir zum Bewußtsein unseres gemeinsamen Berufes durch die Synagoge gebracht werden, wenn gleich diese in's Gewand der Zeit sich kleiden und die fortgeschrittenen Ideen des Jahrhunderts wiederspiegeln soll. — Oder ist etwa der reine und lautere Gehalt des Judenthums, um den uns Alle beneiden, die auf anderen Gebieten gegen die wiedererstarkenden finsteren Mächte vergeblich ankämpfen, nicht Werth, daß wir denselben retten, daß wir ihn retten in einer geläuterten Form, während er ohne Form formlos zerfließt? Haben wir uns unserer altehrwürdigen Mutter, der Gemeinde Israels zu schämen, daß wir ihr unsere Verehrung nicht öffentlich bezeigen sollten, wenn sie uns von Sabbath zu Sabbath, von Fest zu Feste in's gemeinsame Sammelhaus ruft, um uns hier schauerliche, und doch so heilig erhebende Geschichten