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Der israelitische Volkslehrer · 1852-06-01 · Heft 6 (Juni 1852) · page 16

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
2 (1852)
Issue
Heft 6 (Juni 1852)
Date
1852-06-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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142 Du sollst Vater und Mutter ehren. zu erzählen von den Leiden unserer Väter und den Rettungen unseres Gottes? Daß wir ihr nicht an Sabbath- und Festtagen auch unsere Söhne und Töchter zuführen sollten, um ihnen die Hand, mit welcher sie schon so viele Kinder aus Gottes Hand empfangen, und in Gottes Hand zurückgegeben, weihend, segnend zu. legen aufs jugendliche Haupt? —Und eben euere Kinder — in welche Verwirrung bringt ihr ihre jungen Gemüther, und wie entkleidet ihr sie aller religiösen Weihe, die dem Kinde so wohl und so Noth thut, wenn ihre jede Wurzel des eigenen confessionellen Lebens absichtlich oder fahrlässig zerstöret? —Ich lege euch eine Frage vor, gebt mir Antwort! —Gehen euere Kinder in eine israelitische Schule und werden dort israelitisch religiös unterrichtet, welch ein Widerspruch entsteht, und wie muß die Religionslehre, der wichtigste Lehrgegenstand, zum todten Lippenwerke werden, wenn das Kind im Hause keine Spur steht, kein Wort hört, keine Anregung fühlt, daß seine Eltern die Bekenner derselben herrlichen Religion seien, welche der Lehrer ihm so warm anempfiehlt? -^ Und gehen euere Kinder in nicht israelitische Schulen, wo sie, mag die Anstalt noch so wenig darauf ausgehen, immer confesstonelle Begriffe und Anschauungen aufnehmen, welche nicht die ihrigen sind, aber durch die Empfänglichkeit des kindlichen Herzens ihres Eindrucks nicht verfehlen, wie, frage ich euch, sollen die Kinder diese religiösen Anschauungen, Namen und Begriffe sich zurecht legen, wenn die eigenen Eltern ihnen nicht an die Hand gehen? wenn das elterliche Haus sich nicht in's Mittel legt, um als Gegenmittel zu dienen? wenn das israelitische Gotteshaus den Kleinen entfremdet ist und entfremdet bleibt, und ihnen die religiösen Festtage, welche den Kindern mehr noch als uns zu Freudentagen werden, weder vom Elternhaus noch vom Gotteshaus einen himmlischen Gruß bieten? — — Deßhalb, um deiner Kinder willen, ehre deine Mutter, d. i. die Gemeinde Israel; sage dich nicht von allem israelitisch-religiösem Leben los; laß die heiligen Anklänge eines reinen und geläuterten Judenthums in deinem Hause wie Aeolsharfentöne wiederklingen, daß sie die Kinderseelen in den Schlummer singen und zu. ihrem Tagewerk wieder erwecken, wenn Abends und Morgens

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