Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 2 (1852)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1852)
- Date
- 1852-06-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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140 Du sollst Vater und Mutter ehren. lässig, ihr Väter, daß eure Söhne, wie dieß leider bei uns vielfach so vorkommt, schon als Knaben allem religiösen Leben entfremdet werden! ^"IttN NM O'v^n NN M'N O22 'NIN'PN Ich rufe heute zum Zeugen wider euch auf Himmel nnd Erde, daß ein solcher Zustand nothwendig zum Verderben, zur Auflösung des religiösen Gemeinwesens' und am Ende auch zur Zerstörung unseres trefflichen Familienlebens führen muß. Es hat Jahrhunderte gedauert, bis sich ehedem Israel aus seiner sittlichen Zerrüttung, welche auch die Familienbande angegriffen hatte, wieder empor raffte: es kann noch Jahrzehende dauern —denn leider geht der Verfall immer rascher vorwärts als die Erhebung — bis die Folgen der ausgelebten und erstorbenen Religiosität in unserem Familienleben sich deutlich zu erkennen geben — aber ausbleiben werden die Folgen nicht; hier am Meisten werden die Fehler der Eltern sich strafen an den Enkeln und Urenkeln, so zuverlässig, als die Vernunft sich nicht irrt, wenn sie schließet: das Familienleben in Israel gewann seine beste Kraft aus der religiösen Weihe des Hauses; die religiöse Weihe im Hause verliert mehr und mehr ihre Wirksamkeit: also verliert auch Israels schönes Familienleben mehr und mehr an Innigkeit und Kraft, und dieses schönste Erbe der Väter, ach, es ist vielleicht nicht mehr zu finden bei den Kindern und Enkeln! — Deßhalb, um euerer Kinder, um euerer Eltern willen, wachet auf, ihr Väter, aus euerer Gleichgültigkeit; rühret euere Hände zum Mitbauen an dem zu erneuernden Heiligthume des Zudenthums! Ihr könnet euere Kinder und sollt sie nicht erziehen in der Formenreligion der Väter; aber noch weit schlimmer ist es, wenn die Religion selbst und ganz und gar zu einer leeren Form wird, deren man sich entäußern könne wie eines Kleides. Im Geiste, in der frommen Gesinnung euerer Eltern erziehet euere Kinder; und dadurch lasset uns selbst gegen den dahingeschiedenen Vater noch erfüllen das göttliche Gebot: IIA ehre deinen Vater, indem wir des Enkels Herz in Ehrfurcht zu demselben Gott emporrichten, zu welchem etnst der ehrwürdige Greis sein inniges Gebet gerichtet hat—^'W-NP NZZ ehre Deinen Vater — und unser Alker Vater ist Gott in den Höhen.