Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 2 (1852)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1852)
- Date
- 1852-06-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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128 Das israelitische Confirmationsfest Vereinzelung der verschiedenen Bar-Mizwah-Feste, wodurch die höhere Feier schon beeinträchtigt wird. Endlich ist der Ausschluß der weiblichen Jugend für unser Gefühl ebenso verletzend als für die Förderung des religiösen Lebens nachtheilig. — Dem gegenüber besitzt unsere öffentliche Confirmationsfeier einen dreifachen Vorzug. Sie gibt nach der individuellen Natur der Kinder den Eltern freieren Raum, dieselben nach dem Grade ihrer Ent¬ Wickelung früher oder später an dem höheren Consirmandenunterrichte sich betheiligen zu lassen; sie führt die Kinder in größerer Anzahl und dadurch gesteigerter Feier in die Mitte der Gemeinde ein; sie gewährt auch den Töchtern Israels den heilsamen Eindruck eines Festes, welches ihr Gemüth für Gegenwart und Zukunft mit Liebe für die väterliche Religion erfülle. Es hat sich darum diese Feier bereits einen Weg gebahnt in viele Gemeinden und Synagogen; von der Begehung zuerst bei einzelnen Kindern im Hause, dann bei einzelnen Knaben in der Synagoge, hat sich dieselbe in vielen Orten zu einem alljährlich wiederkehrenden Gesammt - Gemeindefeste fortentwickelt, welches sowohl durch Befestigung des alten Glaubens in den jungen Gemüthern, als durch Erneuerung heiliger Jugendeindrücke bei dem älteren Geschlechte für die Erhaltung des religiösen Lebens von immer größerer Bedeutung wird. ES möchte deshalb für manchen Lehrer in Israel, welcher diese schöne und heilbringende Feier eingeführt hat oder einführen will, nicht ohne Interesse sein, zu hören, wie dieselbe in unserer hiesigen Synagoge begangen wird, indem unser Bestreben hier wie überall dahin geht, das jüdisch religiöse Leben wohl im Geiste der Zeit, aber auf angestammtem Boden eigenthümlich umzugestalten. Wir sind dabei nicht so unbescheiden, das hier folgende für das Beste in dieser Art zu halten, und sind freudig bereit, Belehrung und andere Ansichten an- und aufzunehmen. Denn das ist ja der Zweck unserer Zeitschrist, das religiöse, namentlich gottesdienstliche Leben durch Austausch der Gedanken in diesem öffentlichen Sprechsaal zu fördern. — Ich sende zuerst Einiges über meinen Confirmandenunterricht voraus. Diesen gebe ich nach eigenen Diktaten in drei Äbtheilungen: Geschichte, Lehre, Gebot. Nach vielen herumtastenden Versuchen bin ich zu dieser, wie mir scheint,