Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 2 (1852)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1852)
- Date
- 1852-06-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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(Juni 1852.) ' -oOo- 23. Das israelitische Confirmationsfest in der Hauptsynagoge zu Frankfurt a. M.?in^-n^ NUZ Wodurch zieht ein Jüngling schuldlos seinen Pfad? Wenn er sich hütet nach deinem Worte! — _ . Ps. 119, 9. Die schönste Errungenschaft der im Geiste der Zeit — und dieser ist in seinen edleren Bestrebungen immer der Geist Gottes — sich erneuernden Synagoge ist unstreitig das Confirmationsfest. Hat sich auch die Form desselben auf nichtisraelitischem Boden ausgeprägt, so ist doch das Wesen, die Idee, israelitischen Ursprungs und aus dem Boden der Synagoge in die Kirche verpflanzt worden. Der Gedanke nämlich, daß der Knabe beim Uebergange aus der Kindheit in's reifere Jugendleben ein Sohn der religiösen Verpflichtung (Lar-Niswak) werde, gehört schon der talmudischen Zeit an, und seit Jahrhunderten schon besteht die Sitte, jenen, mit zurückgelegtem 13. Lebensjahre, vor der versammelten Gemeinde zur Thora zu rufen und auf diese Weise öffentlich in die Gemeinschaft der gottverpflichteten Israeliten aufzunehmen. Dieses Bar-Mizwah-Fest aber leidet, nach den jetzigen Anschauungen, an einem dreifachen Fehler. Zuerst ist die Zeit eine verfrühte. Im Morgenlande mochte das angehen. Bei uns zu Lande aber besitzt der Knabe bei zurückgelegtem 18. Lebensjahre selten noch die Reife, um den Geist der religiösen Wahrheiten und den Ernst der religiösen Gebote zu erfassen, was.freilich beim Aufrufen zur Thorä oder beim Selbstvorlesen eines Theiles oder des ganzen Wochenabschnittes ein Anderes ist; denn dabei spielt die Eitelkeit die Hauptrolle, und dazu ist man frühzeitig alt genug. Ein anderer Fehler ist die II. 11