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Der israelitische Volkslehrer · 1852-05-01 · Heft 5 (Mai 1852) · page 15

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
2 (1852)
Issue
Heft 5 (Mai 1852)
Date
1852-05-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Vor Gott gilt keine Stellv.ertretuyg. holet (Nicht. 12, 6.), zum Losungsworte unseres jüdischen Bekenntnisses geworden. — Wohl geziemt es dem Menschen und zeugt von der innigsten Anhänglichkeit an seinen Glauben, von seiner innigsten Liebe zu seinen Mitmenschen, wenn er fähig ist und bereit, sterbend selbst diese Anhänglichkeit und Liebe zu bekräftigen und durch sein Herzblut gleichsam zu besiegeln. Es ist das die höchste Höhe, die der Erdensohn erreichen kann, darauf er die Feigen beschämt und Den zur Nachfolge anspornt, der stark und kräftig ist in seinem Glauben und in seiner Menschenliebe. Aber Gott, unser Gott, m. a. Zuh., ist kein Gott, der den heißen Grimm seines Zornes ob der sündigen Menschen gleichsam kühlen muß in dem Blute eines Weibgebornen. Unser Gott hat nicht die ungerechte Gerechtigkeit, daß er, damit das Böse nicht ungestraft, nicht ungesühnt bleibe, an der Schuldigen Statt auch einen Unschuldigen strafen sollte. Nur der mir gesündigt hat, den werde ich auslöschen aus meinem Buche. Kein Anderer kann für ihn eintreten, und wäre es selbst ein Moses, dessen Gleichen nicht mehr geboren ward in Israel. Das Blut des Unschuldigen, der sein Leben für die Schuldigenhingeben wollte, kann, darf und wird daher auch niemals die Schuldbelasteten rein machen von den Flecken ihrer Sünde Gott sieht nicht auf das Opfer, gleichviel von wem, nur um seiner Gerechtigkeit genug zu thun; sondern auf den Opfernden, auf daß demselbigen das zu Theil werde, was er sich bereitet, auf daß er ärndte, was er selber ausgesäet. Aber auch bei dem Sstnder selbst ist nicht das Opser, ist nicht die Strafe die Endabsicht Gottes, worauf er sieht; sondern die Besserung des Opfernden. So wahr ich lebe, spricht Gott durch den Propheten (Jecheskel Cap. 33), ich will nicht, daß der Frevler zu Grunde gehe, sondern daß er zurückkehre von seinem Wege und lebe. . . Und wenn ich von dem Frevler gesprochen habe: er muß umkommen; so er abläßt von seiner Sünde und übet was recht und gut ist, wenn er das Verpfändete zurückgibt, das Geraubte wiedererstattet, wenn er wandelt nach den Gesetzen des Lebens, so daß er

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