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Der israelitische Volkslehrer · 1852-05-01 · Heft 5 (Mai 1852) · page 14

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
2 (1852)
Issue
Heft 5 (Mai 1852)
Date
1852-05-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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120 Vor Gott gilt keine Stellvertretung. kommen lassen. O, möchtest Du doch — bittet flehentlich der treue Hirte — vergeben ihre Sünde! So Du aber nicht vergeben willst, so Du*beschlossen hast, daß das Vergehen gesühut, daß es an dem Leben meines Volkes gestrast werden solle, so lösche lieber mich aus Deinem Buche aus, darin ich aufgezeichnet bin. Dieser letztere Ausdruck ist ein bildlicher, der in unfern Religionsurkunden öfter vorkömmt. Seine Deutung ist, daß vor Gottes Allwissenheit das Verzeichniß aller Lebenden gleichsam aufgeschlagen liegt, darin der Gang und das Ziel unseres Lebens hienieden angemerkt ist. Wenn daher der Herr über Leben und Tod den Einen oder den Anderen abruft von dieser Erde, so löscht er ihn gleichsam aus diesem Verzeichnisse aus. Moses bittet also hier, daß Gott ihn selber möge sterben lassen, um dadurch die drohende Strafe von Israel ab und auf seine Person allein zu lenken. — Wie der todesmuthige Held mit dem eigenen Leibe die Oeffnung decket und schließt, die der belagernde Feindin die schützende Feste gebrochen hat; so stellte Moses, wie der Psalmist (106, 23.) sich ausdrückt, sich s elber inden Riß, um ferne zu halten die hereinbrechende Strafe des göttlichen Richters. — Und wie wir mit inniger unbeschreiblicher Rührung dem Gange Abrahams nach dem Berge Moria folgen, wo er die Unbegrenztheit seines Gehorsams gegen Gott durch die Opferung seines einzigen, so lange und so heiß ersehnten Sohnes bewähren will; so stehen wir heute voll Bewunderung vor dem großen, unvergleichlichen Führer Israels, der von der Liebe zu seinen Brüdern, — die ihn noch dazu so oft verkannt und geschmähet hatten — dennoch so sehr, so ganz erfüllt und beherrscht war, daß er ohne Säumen sein Leben dahinzugeben bereit war, als es galt das Heil, die Rettung seiner Brüder! — Was aber, m. and. Zuh., was erwiedert Gott aus dieses hochherzige Anerbieten seines Erwählten? „Der, welcher mir gesündigt hat, —ihn werde ich auslöschen aus meinem Buche!" — Es ist dieser unmittelbare Ausspruch Gottes von der höchsten Wichtigkeit, von der höchsten Bedeutung für unsere Glaubenslehre; ja, er ist im Laufe der Zeit zu einem wahren Schi b-

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