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Der israelitische Volkslehrer · 1852-04-01 · Heft 4 (April 1852) · page 9

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
2 (1852)
Issue
Heft 4 (April 1852)
Date
1852-04-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Der zweite Feiertag. 89 ander gefeiert werden sollen. Es wurden deßhalb dort, wo die Bedeutung des Festes eine Mehrfeier erforderte, die zwei Feiertage auseinander gelegt, der erste und der siebente, der erste und der achte Tag geheiliget. Die Gründe zu dieser weisen Einrichtung liegen nahe. Denn am zweiten Feier- Feiertage erschlafft die eigentliche Festesfeier; Langeweile und Müssiggang nehmen ihre Stelle ein. Auch hangt damit der Anfang unserer Feste mit dem Vorabende zusammen, wodurch schon noch ein Tag, wenigstens theilweise, in die Festfeier mit hereingezogen wird, so daß bei der Begehung von zwei Tagen das Gemüth von der höheren Feier drei Tage, und wenn noch ein Sabbath dazu kommt, gar vier Tage in Anspruch genommen werden soll, was dem Menschen von Fleisch und Blut zu viel zugemuthet heißt. Deßhalb sieht man auch, namentlich auf dem Lande, wo die Menschheit nicht alle Tage spazieren geht, bei der Häufung der Festtage die Langeweile und die Abgespanntheit sich aus allen Gesichtern mahlen, und in der oft sich Luft machenden Klage des Volkes: „nichts als Essen und Schulengehen" liegt die ausgesprochenste Verwerfung der zweiten Feiertage und die beste Rechtfertigung für die Weisheit des ursprünglichen mosaischen Gesetzes. - Und sind denn die Zeitverhältnisse nichts, daß nicht auf sie Rücksicht genommen werden sollte? Sehet doch, wir haben im Monate Tischri hergebrachtermaßen sieben Festtage, so viele als nach der Bibel nur das ganze'Jahr hindurch stattfinden sollten; rechnet dazu nnch vier Sabbathtage, so habt ihr zusammen eilf Ruhetage; rechnet dazu noch die einen Theil des Tages in Anspruch nehmenden Vorabende, und die Unterbrechungen der Thatigkeit, die bei uns zu Lande auch aus den Sonntagen*) entspringen, so werdet Ihr finden, daß die größere Hälfte des Monats Tischri für den religiösen Israeliten der Arbeit entzogen ist. Wird es nun nicht ein Gewinn sein, *) Die christliche Religion hat wohl bei einigen Festen die zweiten Feiertage angenommen, aber dieses durch die Firirung von Ostern und Pfingsten auf den Sonntag wieder limitirt. —

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