Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Volkslehrer · 1852-03-01 · Heft 3 (März 1852) · page 26

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
2 (1852)
Issue
Heft 3 (März 1852)
Date
1852-03-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3129675-3129690-3129694--0390-3132395
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

74 Zusammenstellung der Aussprüche über das Verbot die Bestimmung des R. Joseph Karo, jene Lizenz erläuternd nnd erweiternd: „Eier und alle Getränke sind unter Fruchtsäften (N'N'H 'Q) „mit einbegriffen—" Da fährt der Glossator aus seinem Verstecke hervor und ruft recht bös dazwischen: „in diesen Gegenden ist es nicht Brauch, mit Fruchtsäften einen Teig zu bereiten, ja selbst die ungesäuerten Arode, bevor sie ausgebacken sind, mit dergleichen zu bestreichen, ist nicht Sitte, und man soll's nicht ändern" (ni:^ 7'tti> - Fort sind die guten Backwerke all; all das „reiche Brod", von dem wir geträumt, ist dahin; wir sind wieder bei dem „ärmlichen Brode" angelangt, und auf dieses allein beschränkt! — Ja, der Glossator erlaubt noch die Bereitung von Mehlspeisen mit den bezeichneten Stoffen für Kranke und Greise— allein auch diese Ausnahme gestatten sich die belasteten deutschen Juden nicht, selbst nicht am achten Tage Pesach, der, wie wir im nächsten Hefte zeigen werden, für unsere Zeit gar keine Bedeutung mehr hat, selbst nicht am Tage vor dem Pesachseste, wo der Brauch schon von Morgens um 10 Uhr an jedes Gesäuerte, mit Einschluß der Hülsenfrüchte und des mit Fruchtsäften Bereiteten, verbietet, während zugleich der Genuß des ungesäuerten Brodes bis zum Abende nicht erlaubt ist! — Der Verfasser des „^ekru Lkam<)2," einer lesenswerthen, über diesen Gegenstand im Jahre 1841 zu Prag anonym erschienenen Brochüre, theilt hier eine interessante Anekdote mit, die wir hier einschalten: „zur Zeit des siebenjährigen Krieges kam ein Abgeordneter aus Jerusalem, Namens Rabbi Moses Vitali, um die für das gelobte Land gesammelten Gelder in Empfang zu nehmen, nach Böhmen, und mußte über die Osterfeiertage in einer Landstadt bleiben , wo er bei dem Vater des Schreibers dieser Abhandlung, der die Gelder in seinem Bezirk sammelte, Wohnung nahm. Als man ihm am Festvorabende zu Mittag bloß gesottenes Fleisch vorsetzte, fragte er, warum kein Gemüse da sey, und erhielt zur Antwort:;NOS2 NI'DP i^nv lbel uns fuhrt man sich so, daß man am Pesach keine Hülsenfrüchte genieße;Z aber fragte er Weiter, warum keim M^p NAO l" reiches Brod,„ nämlich mit Mehl

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.