Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 2 (1852)
- Issue
- Heft 3 (März 1852)
- Date
- 1852-03-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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64 Aufforderung an die Rabbiner Deutschlands. Gegenstand ist so geringfügig nicht! Nehmen wir die Zahl der deutschen Israeliten zu einer halben Million Seelen, und hunderttausend Familien an, so kann in einer Familie, zum Geringsten angeschlagen, durchschnittlich doch sicher ein Gulden jährlich durch die Gestattung der in Rede stehenden Nahrungsmittel erspart werden, was für die ganze deutsche Judenheit in einem einzigen Jahre schon eine Ersparniß von fl. 100,000 gäbe. Nehmen wir weiter an, was doch hier so leicht geschehen könnte, alle deutschen Rabbiner vereinigten sich zu der betreffenden Erleichterung, sie fügten aber den Wunsch hinzu, daß jede Familie von der betreffenden Ersparniß für einen bestimmten allgemeinen israelitischen Zweck nur 12 Kreuzer abgebe, so würde das, wenn also nur fünf Jahre hinter einander der fünfte Theil jener Summe zurückgelegt würde, einen Fond geben, durch welchen eine Fakultät für jüdische Gottesgelehrtheit errichtet, oder der Grund zu einer Unterstützungskasse für die Hinterbliebenen armer israelitischer Gemeindebeamten gelegt, oder nach Art des Gustav-Adolph- Vereins eine Hilfskasse für Synagogen-und Schulbauten armer Gemeinden gestiftet werden könnte. Wie würden demnach die Rabbiner aus ihrem eigenen Ausspruche, wenn sie ein Wort mit dem Felsen des harten Gesetzes redeten, eine nutzenbringende Quelle für alle Zeiten gewinnen, ein Kapital, NQ's? ^s), wovon sie und ihr amtliches Wirken reichliche Zinsen ziehen würden! — Allein abgesehen von diesem, leicht damit zu verbindenden religiösen und philanthropischen Zwecke, ist die Aufhebung der in Rede stehenden Erschwerung so geeignet, die Festfreude (Limekatk ^lom-tok), worauf bei den Israeliten so viel Gewicht gelegt wird, zu erhöhen, daß schon dieses jeden gewissenhaften Rabbiner, dem die Freude seiner Mitmenschen nicht gleichgültig ist, anspornen muß, sich zu der bezeichneten Aushebung zu beeilen. Der bereits oben angeführte R. Aedi ^Zekkenasi, berühmt unter dem Namen „Chacham Zebi", hebt unter den Gründen, welche sein Sohn R. ^akok Aekl a. a. O. in des Vaters Namen für die Beseitigung jenes Gebrauches geltend macht, namentlich hervor, daß diese Erschwerung, in welcher kein Sinn und kein Verstand ist, die Leute in eine Lage bringt, an der