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Der israelitische Volkslehrer · 1852-03-01 · Heft 3 (März 1852) · page 8

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
2 (1852)
Issue
Heft 3 (März 1852)
Date
1852-03-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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56 Die Mittagshöhe des Jahrhunderts, .würdige, gleichberechtigte Stellung in der Gesammtheit des Volkes einzunehmen; es galt, wie Jakob in Egypten einst, als der fremde Eindringling, durch den die Eingeborenen Egyptens sich zurückgedrängt und beeinträchtigt glaubten. — Und siehe da, da stehen wir am Beginn einer neuen Zeit, am Anfange der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts, am Anfang dieses neuen, noch unbeschriebenen Buches der Geschichte, und wir sehen plötzlich das unbeachtete, ja so häufig verachtete Israel eingetreten in die Reihen der würdigen Söhne der Zeit, aufgenommen in den Verband der gleichberechtigten Kinder des Vaterlands. Wie wir heute beim Beginne des zweiten Buches der heiligen Schrift Israel plötzlich zu der ehrfurchtgebietenden Anzahl eines Volkes herangewachsen sehen, so hast auch du, Glaubensgemeinde Israel, da wir vordem noch uneröffneten, noch geheimnißvollen zweiten Buche der Geschichte dieses Jahrhunderts stehen, so hast auch du jetzt die äußere bedeutungsvolle Höhe erreicht, zu der du vergebens gar lange Zeit sehnsuchtsvoll hinaufgeblickt. — So sehen wir denn mit erhebendem Bewußtsein aus die hinter uns liegenden Jahre zurück! Die Hälfte eines Jahrhunderts, die Zeit zweier Menschengeschlechter ist verronnen, inhaltsschwer, bedeutungsvoll, ja, wundervoll waren die Ereignisse dieser Zeit, und fast dieselben Erscheinungen und Umwälzungen durchschreiten die Welt am Mittag dieses Jahrhunderts, wie zur Zeit, da sein erstes Morgenroth zu leuchten begann. Und fast will es uns scheinen, als seien die bewegenden Ideen, die tief eingreifenden Gedanken dieses Jahrhunderts, wie jener brennende Dornbursch an dem Moses das hohe Wunder vernahm, m'tt N)ON1, daß derselbe brannte und brannte, ohne sich zu verzehren! Ist es ja seit dem Beginne dieses Jahrhunderts, daß die Menschheit in gewaltiger Anstrengung neue Ziele erringen will, daß die Völker in unsäglichen Kämpfen den neuen Ideen wollen Berechtigung verschaffen, und heute noch nach den geistigen und leiblichen Kämpfen, nach den Trübsalen und Mühseligkeiten eines halben Jahrhunderts, sind jene Ziele noch unerreicht, jene Fragen noch ungelöst, jene Gedanken und Ideen noch ««verwirklicht,, heute noch brennen und lodern sie, in gehemmter zwar, aber unerstickter

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