Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 2 (1852)
- Issue
- Heft 3 (März 1852)
- Date
- 1852-03-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Mittagshöhe des Jahrhunderts:c. 55 gehaßt, von den Mächtigen am Throne Pharao's verachtet und gemieden. Da versetzt uns die Geschichte plötzlich in eine neue Zeit; es beginnt ein neues Buch der heiligen Schrift, und siehe da, jene einzelnen Keime, jene geringzähligen Familien, sie treten plötzlich als ein Volk uns entgegen, groß und mächtig genug, um die ernsteste Aufmerksamkeit der Egypter auf sich zu lenken; wir sehen es im Verlaufe dieses Buchs eintreten in die Reihe freier, unabhängiger Nationen, und was jemals die Größe und die Bedeutung dieses Volkes ausgemacht, in den Blättern dieses Buchs ist's enthalten und aufbewahrt. — Wohlan! betrachten wir denn in dieser Erbauungsstunde, wie die Bedeutung jener heiligen Erzählungen wieder lebendig wird in unserer Zeit, in den Schicksalen Israels, wie in seinem hohen Berufe! — j. Und in der That, l. Fr., finden wir hier wieder einmal so recht deutlich und klar einen überraschenden Anknüpfungspunkt für die Begebenheiten unserer Zeit, für die Schicksale Israels in der Gegenwart! Wie ist es doch eine so räthselhast wunderbare Erscheinung dieses Buch der Bücher, daß es aller Zeiten Inhalt, aller Geschlechter verhängnißvolle Schicksale anzudeuten und zu enthalten scheint! Als die neue Zeit begann, als das Jahrhundert, auf dessen Mittagshöhe wir uns befinden, unter den gewaltigen Wehen, mächtiger Weltereignisse geboren ward, da war Israel leiblich und geistig tief gesunken, es zählte nicht mit unter den Völkern, in deren Mitte es dumpf dahinkeuchte, ein träges Pflanzenleben führte. Einzelne nur, wie in der Urgeschichte des ersten Buchs der heiligen Schrift, ragten hervor über die Menge der geistig abgestumpften; von den Völkern verachtet, mit Schmach und Verfolgung überhäuft, nahm es nicht Theil an der Lösung der großen Fragen, die damals die Welt in ihren innersten Tiefen erschütterten. Und ob auch der milde Sonnenstrahl dieses vielgepriesenen und vielgeschmähten Jahrhunderts sehr bald auch in die dunkeln Gassen Israels zu leuchten begann, ob auch seine bessere bürgerliche Stellung immer mehr vorbereitet wurde, ob es auch mit unsäglicher Anstrengung aus seiner geistigen und leiblichen Verfallenheit selber sich empor zu arbeiten bemüht war: es war immer gar weit noch entfernt, eine