Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 2 (1852)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1852)
- Date
- 1852-02-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Schulschriften. 48 „Und der Herr wird König über die ganze Erde sein, an demselben Tage wird der Herr sein Einer und sein Name Einer." Gewiß, dieser Standpunkt eines israelischen Lchrers ist ein weit höherer, als wir ihn anderwärts in den kirchlich religiösen oder confessionell geschichtlichen Werken eingenommen sehen, worin immer eine Confession sich zu erheben sucht auf Kosten der andern, und alle auf Kosten des Judenthums, während doch das Einzigwahre sicher darin liegt, duß Jeder die Bedeutung des Nachbars gelten lasse, und sich durch nichts erhebe als durch seinen eigenen Werth. 2. Ueber die Volksschulen in Oesterreich. Von G. Wolf. — Wien bei Lechner. 1851. — 8'. S. 53. Diese Schrift schildert in der einfachen, volkstümlichen Weise des Verfassers, die wir aus seinen unter Nummer 41 u.42. des Vorigen Jahrgangs mitgetheilten Reden bereits kennen gelernt, die Mängel des dortigen Volksschulwesens und wie denselben abzuhelfen, „daß die Kinder in den Schulen zu Menschen gebildet werden, zu Menschen nach dem Ebenbilde Gottes!" Was hierbei der Verfasser über sein specielles Vaterland sagt und klagt, das gilt in vielen Beziehungen allgemein, und verdient überall, auch bei den Israeliten, volle Beherzigung. Sehr richtig bemerkt er S. 28 über die häusliche Erziehung: „Der Arme so wie der Reiche entledigt sich zumeist der Sorge seiner Kinder. Der Eine, indem er sich entschuldigt, daß die lange schwer anhaltende Arbeit, die er des Tages über zu leisten hat, es ihm unmöglich mache, am Abend, wenn er nach Hause kömmt und sich mit seinen Kindern freuen will, die Erziehung zn beginnen. Der Reiche wieder entziehet sich dieser heiligen Pflicht aus Bequemlichkeit und Jndifferentismus. Das Geld ist einmal das Aequivalent für Alles, warum sollte es nicht auch genug klangvoll sein, Bildung und Erziehung dafür herbeizuschaffen? Dabei ist der stillschweigende Grund, mit dem sie sich vor sich selbst und vor Andern entschuldigen, daß es ihnen unmöglich sei, in dem Maße ihren Kindern Kenntnisse beizubringen, sie auf 4^