Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 2 (1852)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1852)
- Date
- 1852-02-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3129675-3129690-3129693--0349-3132353- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
« Das Walten Gottes in der Führung Israels und der Menschheit. Betrachtung über die H aftara *) zu l.B.M. S2, 4ff. VaMdlaed. (Vorgetragen in der Synagoge zu Bingen von Rabbinervr. Sobernheimer.) „Eine Kunde vernahmen wir von demV.1. Ewigen, und ein Bote wird unter die Völker gesan dt." Wenn schon so manche Begebenheiten innerhalb der Grenzen unseres eigenen Lebens, wenn schon so manche Er- 5) Unser, geehrter College chat die Einrichtung getroffen, den Inhalt der Haftaren — in Bingen werden sie noch hebräisch nach dem einjährigen Cyclus gelesen — in eine deutsche Betrachtung in Gebetsform zu verweben, und wir wären gerne bereit, eine solche als Probe durch unsere Monatsschrift zu veröffentlichen, indem wir jede Münze des lichtenden Gedankens unter der so übergroßen Summe von Gedankenlosigkeit in unserem öffentlichen Gottesdienste stets willkommen heißen. Allein unser geehrter Amtsbruder wird uns bei dieser Gelegenheit eine Bemerkung nicht verargen. Es sei nämlich die Verflechtung der prophetischen Gedanken in die deutsche Betrachtung noch so gelungen, sie werden dem Volke als Bibelwort nicht zum Bewußtsein kommen, weil es die hebr. Hastara nicht versteht. Diese aber erst hebräisch, dann deutsch, und dann Paraphraftisch vortragen, ist doch dem Guten zuviel gethan! Dazu kommt noch, daß. manche der herkömmlichen Hastareu sich zum deutschen Vortrage gar nicht eignen, weil sie zum Theil, wie mehrere aus Ezechiel, für das Volk nichts Anregendes haben, zum Theil aber auch für unser jetziges Gefühl, wie z. B. die Erzählung von David, dem's nicht warm werden wollte, sogar verletzend sind. Warum da nicht einen Schritt frisch weiter gehen, die Hastareu nur deutsch vorzutragen, und zwar in Verbindung mit dem eine neue, reiche und treffliche Auswahl veranlassenden dreijährigen Cyclus? So ist's hier, so in Alzey und an anderen Orten, und die Synagogenbesucher freuen sich der ihnen dargebotenen Bibelkunde. In Bingen aber, dessen israelitische Gemeinde in überwiegender Majorität zu den aufgeklärtesten im Lande gehört, wie sich solches durch ihre mit zahlreichen Namen bedeckte Zuschrift an die zweite Rabbinerversammlung bewährt hat, wird eine solche Reform gewiß