Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 2 (1852)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1852)
- Date
- 1852-02-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Bildung ist Weisheit. 33 derselben, wie sie aus Schrift, Vernunft und Geschichte sich bei gründlicher Forsch zu hören/ weil sie dazu keine Zeit, keine Lust, keinen Trieb haben. — kann nich^ gewurzelten Wahn auf einmal zu zerstören; diese'Nebel, welche di^ Gefilde unserer Religion umlagern, völlig zu zerstreuen. Ach, es ist ja ein alter, ein uralter Kampf, seit Jahren —- was sage ich? seit Jahrhunderten und Jahrtausenden von den Edelsten aus Israels Geschlecht, von seinen Propheten und Lehrern gekämpft gegen die Finsterniß, gegen die Mißkennung und Mißdeutung des Gotteswortes, und er wird noch lange gekämpft werden müssen, und die Kämpfer werden noch lange in die Schranken treten müssen, gegen den Unverstand hier, gegen die Verlästerung dort. Aber darum darf das Wort der Lehrer dennoch nicht schweigen und nicht verstummen, selbst auf die Gefahr hin, daß es ein Wort in der Wüste bleibe. Israeliten! dieses Wort lautet, heute wie ehemals: Bildung ist Weisheit — Religion ist Weisheit, beide treue Schwestern einer und derselben himmlischen Mutter, beide an deinem innern Menschen , an deinem geistigen Wesen rüttelnd, -es erweckend aus dem. Schlafe , es erhebend aus dem Staube, beide Schranken setzend der Unvernunft, dem Jrrthume, dem Dünkel, dein Scheine, der Unlauterkeit, beide bestimmt und bestrebt, dich dahinzuführen, daß du den Jahren einen bleibenden Gewinn abringest/und sie dir ni „wie ein verfliegender Traum/ wie ein dahinziehender Schatten;" daß ein höherer Gedanke und ein reines Gottesbewußtsein dich hindurchtrage durch der Tage Gewirre und Getriebe. So stehen sie zusammen, die himmlischen Schwestern, die Arme treu und fest ineinander geschlungen; so ergeht auch heute ihre Einladung: „Euch, ihr Männer/rufe ich> und meine Stimme ergeht an die Menschenkinder^ Mögen sie nicht vergebens rufen! Mögen wir Alle durch einen ernsten, frommen und vernünftigen Wandel bezeugen, daß wir sein und bleiben wollen Kinder des Lichtes, Kinder des lebendigen GotteS heute und allezeit. Amen.