Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1853)
- Date
- 1853-12-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Briefe über jüdische Zustände in Paris. 295 der diese Schule besuchen, um so mehr, wenn man bedenkt, daß bei diesen 750 noch 230 Kinder von 2—6 Jahren mitgerechnet sind, welche in der Kleinkinderschule sich befinden. Dieses Räthsel wird aber einfach gelöst, wenn man weiß, daß gewöhnlich nur arme Eltern ihre Kinder in diese Schule senden, daß die Reichen, ja die nur einigermaßen Bemittelten ihre Kinder in andern Anstalten und besonders in Pensionaten unterrichten und erziehen lassen. Es ist ja genügend bekannt, daß die französische Sitte — sage Unsitte! — sogar die Säuglinge fremden Händen, Miethlingen außerhalb des Wohnor-- tes der Eltern anvertrauet, um in den Angelegenheiten des Berufes oder in den Vergnügungen und Genüssen der großen Welt durch die Erziehung der Kinder nicht gehindert zusein.^) Darum giebt es auch in Paris eine große Zahl Pensionate, darunter sechs ausschließlich israelitische, drei für Knaben und drei für Mädchen. In allen jenen Schulen werden jährlich öffentliche Prüfungen gehalten, um durch das geärndtete Lob neue Zöglinge zu erhalten. — Außer diesen allgemeinen und besondern Anstalten für den Unterricht der israelitischen Schuljugend ist in neuester Zeit ^) Ueber diesen unnatürlichen Mißbrauch klagt schon vor hundert Jahren Rousseau, der große Menschenfreund, in seinem Emil. Er hatte damals aber noch keine Ahnung davon, daß dieser rabbenmütterliche Brauch sich auch bei Müttern jenes Stammes einnisten könnte, der bisher auf heilige Familiensttte und innig häusliches Leben so viel gehalten hatte! Doch wie leichtsinnig ist Israel im Aneignen fremder Sitten! Aus den Iudengassen herausgekommen, glich es dem Natursohne der Wildniß, welcher mit den Söhnen der Cultur zusammenkommt, und für Glasperlen—Edelsteine hingibt! — NMN l5>5?"Q '^X.DDSN^N — Daß eme Mutter, sei es aus welcher Ursache immer, ihr Kind an Miethlinge dahingibt, es Monate lange gar nicht stehet, gar nicht einmal sicher ist, ob sie ihr eigen Kind wieder bekommt, jedenfalls das Herz des Kindes, sein erstes himmlisches Lächeln nnd Lallen, sich entfremdet und einer Fremden zuwendet: das ist etwas so Unjüdisches, Unmenschliches, Unnatürliches, ein solcher Greuel Gottes, ssIINN, daß solches gewiß zu den „OKuKKotK KaA^im" geHort, vor denen Moses, unser großer Lehrer, die Seinigen vor Jahrtausenden gewarnt hat und ewig warnet. Anmerk. d. Ned.