Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1853)
- Date
- 1853-12-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3129675-3129704-3129717--0938-3132322- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
296 Briefe über jüdische Zustände in Paris. auch noch eine Anstalt für die weitere Vervollkommnung und Ausbildung des jüdisch religiösen Wissens ins Leben gerufen worden, so daß diese zugleich als eine Vorbereitungsanstalt für die Rabbinerschule in Metz betrachtet werden kann. Jene Anstalt, früher ein altherkömmliches „LetK-RguMraseK" (Lernhaus) der sogenannten ))8ek388-6kebra" (Talmud-Brüderschaft) wurde in neuerer Zeit, auf Anregung des Herrn Großrabbiners Isidor und des Herrn Albert Kohn zu einer Talmudtora-Schule in zweckdienlicher Weise umgestaltet. Während früher dem Jüngling nur Talmud eingetrichtert wurde, wird jetzt nicht nur Talmud, sondern auch hebräische Sprache, die Bibel mit ihren jüdischen Commentaren und die Wische Geschichte gelehrt. Herr Trennel, Unterrabbiner von Paris, unterrichtet im Talmud, der Großrabbiner Bibel in der Ursprache, und Herr Albert Kohn jüdische Geschichte. — Wir können bei dieser Gelegenheit nicht umhin, die heilsame und uneigennützige Wirksamkeit des Herrn Albert Kohn öffentlich und rühmend anzuerkennen. Dieser edle Mann, ein Deutscher von Geburt, hat sich um die, jüdischen Zustände in Paris große Verdienste erworben. Durch seine Kenntnisse, sein freundliches zuvorkommendes Benehmen und besonders durch seinen Einfluß auf die Familie V.Rothschild ist er die bewegende und schaffende Kraft in den jüdischen Angelegenheiten zu Paris geworden. Abgesehen von den mannigfachen Geldunterstützungen, welche durch seine Vermittlung von dem edeldenkenden Baron James v. Rothschild den wah rhaft Dürstigen in würd igst er Weise zufließen, hat er seine besondere Aufmerksamkeit auch noch der Verbreitung der jüdischen Wissenschaft zugewendet. Denn außer der erwähnten Talmudschule wurde hauptsächlich durch seinen Einfluß am23.Okt. 1852 ein Verein „zur Verbreitung moralischer und religiöser Bücher unter den französischen Juden" (N^O^l N"QN) gegründet. Dieser Verein hat sich zur Aufgabe gestellt: 1) Die zur Kenntniß und Uebung der Religion nöthigen Bücher, wie z. B. Gebetbücher, Bibelausgaben mit und ohne französische Übersetzung, Bibel-Geschichte u. dgl. den Armen