Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1853)
- Date
- 1853-12-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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294 Das Wahl- und Kündigungsrecht der Gemeinden» Amt verwalten? — Erwägt man dazu die Nachtheile des häufigen Methoden-Wechsels, den Verlust an Schulstunden durch die häufigen Vacanzen, so wird man nicht länger die Schädlichkeit des fraglichen Rechtes bestreiten, und keinen Anstand nehmen, den christlichen Gemeinden hierin nachahmend, der Regierung, oder, wenn man lieber will, einem unparteiische^ Rabbiner-Collegium die Entscheidung über Amtsentsetzung anzuvertrauen. Ankläger und Richter in Einer Person zu sein, ist auch bei Dienstentlassungen von großem Uebel. Wie der Richter, so darf auch der Lehrer nur bei gravirenden Verbrechen absetzbar sein. — Ohne diesen unantastbaren Grundsatz wird dort die Gerechtigkeit und hier die Erziehung niemals gedeihen. — _Emanuel Hecht. HZ. Griese über Mische Zustände in Paris. Von Rabbiner Präger. (Forts, v. No. 41.) II. (Schulwesen und Wohlthätigkeit.) Geehrter Freund! Ich komme in meinen Mittheilungen zu den weiteren wesentlichen Aeußerungen des confessionellen Lebens, zunächst zu den Unterrichtsanstalten. — Paris hat eine israelitische Hauptschule, welche mit einem Aufwände von 250,000 Fr. aufKosten der Stadt erbaut wurde. Dieselbe besteht in drei Abtheilungen: 1) meiner Knabenschule, 2) einer Mädchenschule, und 3) einer Kleinkinderbewahranstalt. Die Stadt Paris gibt — hört es, ihr kleinherzigen deutschen Groß- und Kleinstädter, die ihr um die kleinste Summe mäkelt, welche ihr den Juden an Recht, geschweige denn an Geld geben sollet! — die Stadt Paris gibt jährlich mehr als 20,000 Fr. zur Unterhaltung dieser Schule, ohne irgendwie in die Verwaltung oder Bestimmung des Unterrichtes einzugreifen. 750 Kinder werden in dieser Schule in hebräischer und französischer Sprache, Schreiben, Rechnen, Geographie und Geschichte unterrichtet. (Religion?) Leicht mag es auffallen, daß bei einer jüdischen Bevölkerung von 18—20,000 Seelen nur 750 Kin-