Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1853)
- Date
- 1853-12-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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in Bezug auf ihre Lehrer. 293 zu handeln, sein Uebergewicht gegen die Kinder, welche die Stellung des Lehrers zu ihren Eltern nur zu bald erkennen, mit voller Kraft zu behaupten? Da muß er in allen einzelnen Fällen auch den thörichten Anforderungen der Eltern entsprechen, Unterricht und Disciplin nach hergebrachter Weise praktiziren, von den kindischen Launen der Zöglinge sich fortreißen und herunterziehen, — mit Einem Worte sich leiten lassen, statt zu leiten, die Fehler und Unarten der Schüler bemerken und die Augen schließen. — Ja, und hätte er selbst nur einem Gemeinde-Vor st an de Rechnung zu tragen, welches moralische Interesse könnte er trotzdem für eine Anstalt hegen, die er kaum ein Jahr zu leiten gewiß ist? welche treue Hingabe für sie könnte man von ihm erwarten, da ihm fortwährend der Gedanke durch den Sinn fährt, du bearbeitest deinen Weinberg lediglich für fremde Winzer, „du säest und ein Anderer erntet?" — Ist es denn Jemanden zu verüblen, wenn er gerne die Früchte seines Wirkens sehen möchte? That es ja auch Moses leid, daß er an der Grenze des gelobten Landes bleiben und fremdem Führer sein Volk anvertrauen mußte! — Und welcher Schulgeist kann bei so häufigem Lehrerwechsel erzeugt werden? Der Lehrer bedarf bei seinen Schülern, um segensreich zu wirken, den Nimbus und die Kraft der Autorität; seine Anordnungen müssen für unübertretbar erachtet werden. Das kann aber nicht geschehen, wenn der Lehrer den Eltern gegenüber aller Selbständigkeit ermangelt, das Kind gar bald in ihm den Subordinirten sieht, und also nicht das Gefühl und das Bewußtsein von der Schule höherer Autorität erhalten kann. Das Ansehen auch des guten Lehrers als solchen reduzirt sich in derlei Gemeinden auf Null, beraubt seinem Worte jede Eindringlichkeit und Nachhaltigkeit, und vermindert, oder annullirt gar, jeden Ertrag seiner Wirksamkeit. Ohne Würde vermag keine Schule, die den Unmündigen imponiren soll, Segen zn schaffen; auf welche Würde will aber eine Schule Anspruch machen, die ihre Lehrer von vorn herein zu Miethlingen stempelt, welche aus keinem sittlichen Drange, sondern nur um äußerer Zwecke willen ihr