Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1853)
- Date
- 1853-12-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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in Bezug auf ihre Lehrer. 291 sreigemeindlichen Geistes, oder wegen ihrer Ansicht von der Verbrüderung und Gleichheit aller ihrer Glaubensgenossen — jüdische Gemeinden begegnen ihren Beamten nur zu häufig mit der größten Rücksichtslosigkeit, betrachten sie als Untergebene, suchen sie mehr zu drücken als zu heben, wollen mehr herrschen als befehlen, sind anspruchsvoll, schwer zu befriedigen, überaus empfindlich, glauben, sie, die jedem christlichen Scribenten mit allen Zeichen der Ehrerbietung entgegen kommen, sie dürsten bei dem geringsten Anlaß gegen den geachtetsten jüdischen Mann brutal werden. Dabei gestatten die Synagogalen Vermögens-Verhältnisse in der Regel nur die Darreichung eines kümmerlichen Gehaltes, „Zeisig-Futter für Pferde-Arbeit", so daß, bei so vielen Unannehmlichkeiten, Mühen und Beschwerden, wenige talentvolle Jünglinge aus ordentlichen Familien Lust tragen werden, um eine Stelle sich zu bewerben, die neben diesen Bitterkeiten noch das Damoklesschwert der Amtsentsetzung über sie verhängt, das, bei der winzigsten Veranlassung losgelassen, sie und ihre Familie der trostlosesten Zukunft Preis geben kann; sie werden nicht als Bewerber um eine Stelle austreten wollen, welche sie in unwürdiger Abhängigkeit von jedem besonderen Gemeindegliede erhält, sie der Despotie der Einzelnen unterwirft und so oft zu dem unheilvollen Scheidewege führt, entweder den Reisebündel zu schnüren oder mit Aufopferung jeder selbständigen Meinung und Unterdrückung jedes Selbstgefühls in dem eckelhaften Sumpfe der Speichelleckerei, der hündischen Schmarotzerei und Augendienerei zu waten. Schreckliches Loos, sein Schicksal einem Strohhalme anzuvertrauen, seine Selbständigkeit einer Gemeinde hinzugeben, worin Keiner, nnd doch Jeder Gebieter und Selbstherrscher ist!—Da grollt Madame A., weil ihr Söhnchen, — das, da es das ihrige, unstreitig das beste und begabteste ist, — gezüchtigt wurde; da schreit Herr B- oder Rabbi C. Zeter, weil der Lehrer mit entblöstem Kopfe ein Glas Bier getrunken; da findet es Freiherr von Gestern für unpassend, daß der Lehrer sich auf öffentlichen Vergnügungsplätzen sehen läßt, — so viel Köpfe so viel Wünsche,