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Der israelitische Volkslehrer · 1853-12-01 · Heft 12 (Dezember 1853) · page 8

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
3 (1853)
Issue
Heft 12 (Dezember 1853)
Date
1853-12-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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29t) Das Wahl- und Kündignngsrecht der Gemeinden, einem Menschen, der mehr Schlächter als Lehrer ist. Sie ließen sich ihr Recht nicht nehmen, sie übten es aus, es war aber das Recht der Selbstvernichtung, das des geistigen Mordes an ihren eigenen Kindern^). Auf diese Weise darf es nicht verwundern, daß der Lehrermangel mit jedem Jahre sich mehret denn allmählig sterben die die Schule in Besitz habenden Invaliden der alten Jeschiboth aus und werden durchaus durch keine neuen Ankömmlinge ersetzt. Die Pflege der hebräischen Studien wird nicht mehr wie früher aus religiösem Eifer betrieben, und die Eltern lassen den materiellen Gesichtspunkt bei der Wahl eines Erwerbszweiges sür ihre Kinder nicht außer Acht. Dann zieht Amerika mit Riesenkraft besonders die an ein unstätes Leben gewohnten Wander-Lehrer an, die schon jetzt bekanntlich die verhältnißmäßige Mehrzahl unter den auswandernden Ständen bilden. Dazu kommt, daß sich die Juden in der neuern Zeit neue Quellen der Thätigkeit eröffneten, und der Reiz, ein „neuer" Lehrer zu sein, bereits stark zu erbleichen beginnt. Mögen darum alle die Erziehung und Bildung ihrer Kinder hochschätzenden Eltern, und diese bilden bei den Israeliten Gottlob die weit überwiegende Mehrzahl, noch rechtzeitig durch Gewährung des Definitivums ihre Lehrer fesseln, und dies zugleich als die Oculirmethode eines frischen Lehrer- Nachwuchses betrachten. — Dieß führt mich von selbst auf die andere, noch weit wichtigere Rücksicht, nämlich auf das Gedeihen L. der Schule. — Gewiß nur solche Schulen werden nach dem jetzigen Stande der Dinge gute Lehrkräfte erhalten, die eine definitive Anstellung garantiren. Die Bedienstigungen bei den Juden bieten ohnehin sehr wenig Reiz. Jüdische Gemeinden — sei es wegen des in ihrer Mitte immer gehegten ^) Wem fällt hier nicht die bekannte, leider nur zu oft sich bewährende Anrede bei, womit ein Rabbiner einen Dorflehrer begrüßte, der das störende Schächteramt mit dem des Jugenderziehers verband? — „Herr Lehrer," sprach der witzige Inspektor, „es kommt mir vor, Ihr lernet mit Ochsen und schachtet die Kinder!" — Anmerk. d. Red.

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