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Der israelitische Volkslehrer · 1853-11-01 · Heft 11 (November 1853) · page 23

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
3 (1853)
Issue
Heft 11 (November 1853)
Date
1853-11-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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SynagöHen-Nächrichteit. 281 m. Syttagogett-Stachrtchten. Schttöidemuhl, den 13. October. Auch hier hat sich seit vielen Jahren das Äedürfniß nach einem geregelten, zur wahren Andacht stimmenden GM und hat der hiesige Vorstand, unterstützt von vielen Gemeindegliedern, mit aller Kraft dahin zu wirken gestrebt, einen solchen einzuführen. Die einfachen Gesänge aus dem Goldberg'- schen Gesangbuche, die Anfangs dem Ehoral-Gesange zu Grunde gelegen, wurden seit dem Wirken des an hiesiger Schule fungirenden Lehrers, Herrü H. Cohn, mit seinen eigenen trefflichen Gesängen und mit denen MS Sülzers berühmtem Schir-Zion vertauscht, so daß ein großer Theil der frühern Gegner des Chorgesanges jetzt mit großem Enthusiasmus sich daran betheiligen. Neben diesem wirken sehr wohlthätig auf Gemüth und Geist der Gemeinde die Predigten des seit Ostern d. I. hier angestellten Rabbiners L. Ärann aus Rawicz. — Es ist eine wahre Wonne, zu hören, wie Jung und Alt ihre Gebete mit Gesang begeistert zum Schöpfer ertönen lassen, zu sehen, mit welcher Befriedigung ein Jeder das Gotteshaas verläßt! — . - Me unter ändern unsere benachbartere Gemeinde Schönlanke, richten nach Form des hiesigen Gottesdienstes einen solchen bei sich ein. Möge das Güte und Bessere stets zum aneifernden Beispiele dienen! — Schneidemühl, 30. October. Die Wahl des Herrn Rabbiners Brann wurde erst am 17. v. M. von der Nönigl. Regierung zu Bromberg genehmigt. Diese Zögerung haben die noch übrig gebliebenen/ hartnackigen Genossen der sogenannten alten Parthei bewirkt , denen es durch Ränke gelang, zweimal die Wahl wegen Formfehler ungültig zu machen. Mit der endgültigen Genehmigung nun sind ihnen alle Waffen zu irgend einer Anfeindung genommen, und so dürfen wir hoffen, daß auch sie sich eines Bessern besinnen werden, wie es von vielen ihrer ehemaligen Genossen bereits geschehen ist, und wie der letzte stattgehabte Wahlakt es bekundet, indem unter neunzig Wählern nur vier vorhanden waren, die dagegen gestimmt. — Am 24. d. M. geschah die feierliche Einführung des Herrn Brann in sein Amt. Gegen 4 Uhr Nachmittags versammelten sich der Vorstand und die Repräsentanten der Gemeinde, stl wie der Bürgermeister und viele Gemeindemikglieoer in der Wohnung des Herrn Brann, die in der Nähe der Synagoge ist. Ein langer, wohlgeordneter Zug begleitete ihn von seiner Wohnung ins Gotteshaus, voran zwei Vorsteher mit Gesetzrollen. Beim Eintritt ins Gotteshaus sang der Ehor den Iii« Psalm. Nach Absingung dessen las der Bürgermeister die Genehmigung der Königl. Regierung vor, machte in einer Anrede den Rabbiner auf seine Pflichten und auf die Erhallung des Friedens aufmerksam. Sodann bestieg der Rabbiner die Kanzel, nnd hielt eine ergreifende Predigt über 1. Buch der Könige 8, 56—58, worin er seine dreifache Wirksamkeit: in Schule, Haus und Synagoge auseinandersetzte und diesen seine volle Thätigkeit versprach. — Am N^I'N NNvl5^Feste wurde in Schönlanke der erste Gottesdienst mit Choralbegleirnng abgehalten, und wie mir bekundet wurde, zur allgemeinen Befriedigung. — In «sammter wird nächstens der neuerbaute, prachtvolle Tempel eingeweiht; auch beabsichtigt die dortige Gemeinde, nach dieser Feier einen Rabbiner zu wählen, und einen Chor einzurichten. —

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