Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 11 (November 1853)
- Date
- 1853-11-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Zur israelitischen Geschichte. 271 gend, insbesondere der weiblichen, die wir jetzt doch auch belehren wollen, mit Recht entziehen müssen. Die Bibel war niemals ein Volks-, noch viel weniger ein Jugendbuch. Man las sie zwar öffentlich vor, und Jung und Alt hörte zu, allein es ist etwas anderes, einen Theil eines Buches beim Gottesdienst zur Andacht vorlesen, und ein Buch fortwährend in Händen haben, und täglich dessen Inhalt sich erklären lassen. Wir sind bei weitem nicht so zaghaft, zu wähnen, daß einzelne Nacktheiten einen entsittlichenden Eindruck machen, aber wir halten dafür, daß außer den ganz unvermeidlichen Stellen es doch nicht wohl gethan sei, gerade das, was durchaus nicht zur Sicherung religiöser Begriffe gehört, der Jugend in die Hand zu geben, und dies um so weniger, als ohnehin in den Schuljahren bei fruchtbarer Erklärung der Hauptstellen nur selten Zeit da ist, die ganze Bibel durchzunehmen. Wir müssen daher auf eine Vereinfachung bedacht sein, und nach unfrer Ansicht ist ein Bibel-Auszug, sowohl in hebräischer Sprache, wie in der Uebersetzung, welche übrigens Ton und Farbe der Urschrift möglichst beizuhalten hat, das einzige Mittel, um aus der Verlegenheit zukommen. Man sage nicht, das sei eine Verstümmelung! Die Bibel selbst ist ja kein abgerundetes Werk, sondern besteht aus einer Sammlung uralter Religionsquellen, so weit sie noch glücklicher Weise gerettet wurden, während bekanntlich viele andere Schriften, auf welche die Bibel selbst Bezug nimmt, verloren sind. Die meisten Bücher sind nicht mehr in ihrer ursprünglichen Vollständigkeit vorhanden. Allerdings ist dadurch jeder Buchstabe des Ganzen jetzt um so unschätzbarer; aber nur für durchgebildete Kenner, die den Werth zu würdigen verstehen. Wir sprechen hier nur von dem rein religiösen Inhalt, welcher für Jugend und Volk zum Zwecke des Re ligionsunterrichtes auszuwählen sein dürste. Aber das können wir nicht umhin zu bemerken, daß die Auswahl die all erernsteste Besonnenheit, und wir glauben, nicht eines einzelnen Verfassers, sondern einer sich vereinbarenden Menge gewissenhafter Volkslehrer erfordern würde. Man müßte sehr