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Der israelitische Volkslehrer · 1853-11-01 · Heft 11 (November 1853) · page 12

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
3 (1853)
Issue
Heft 11 (November 1853)
Date
1853-11-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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270 Zur israelitischen Geschichte. Man hat in neuerer Zeit in der englischen Kirche, und auch sonst, den Grundsatz aufgestellt: die Bibel, die ganze Bibel, und nur die Bibel. Im Großen, d. h. wenn wir von der Bibel als der Religionsquelle reden, könnten wir von unsern 24 Büchern dasselbe sagen, denn selbst diejenigen, welche durchaus nur die altrabbinische Überlieferung gelten lassen, und sie gleichsam als mosaisches Gesetz anerkennen, gründen doch alles auf den Inhalt der heiligen Schriften, und weisen alles Fremde ab. — Allein für den Unterricht des Volkes und der Jugend hat dieser Grundsatz viel Bedenkliches. Zunächst enthält die Bibel sehr vieles, was unsern Religionsbegriffen ganz fern steht, und nur in ehemaligen Verhältnissen und asiatischen Sitten seinen Grund hat. Wer nicht das Alterthum und die betreffenden Gegenden genauer kennt, hat kaum eine Ahnung von dem Werthe der Gesetze über Rein und Unrein, über Opfer, über Volkskrankheiten, über manche bürgerliche Einrichtung Für die Religion als solche haben diese Dinge nur geschichtliche Bedeutung, und auch diese nur in Beziehung auf Alterthumsforschungen. In dem erzählenden Theile der heiligen Schrift ist außerdem der Ton, wenn auch nicht gerade gefährlich, weil dem Reinen alles rein sein soll, doch jedenfalls mitunter so alterthümlich und rücksichtslos, daß wir billig manche an sich sehr kräftige Stellen der Propheten dem Auge der Ju- Für den Volksunterricht in der Predigt sind diese Theile der heiligen Schrift durch Erklärung und Symbolifirung, worauf das jüdische Ohr so gerne horcht, höchst brauchbar und wirksam. Durch Ausscheidung dieser eigenthümlich en jüdischen Elemente muß unseres Erachtens der Religions- und Bibelunterricht gerade in jene verflachende Richtung verfallen, welche der geehrte Verfasser" gerne vermieden sehen möchte. — Freilich muß zugegeben werden, daß in einem mit Umsicht und Pietät verfaßten Auszuge, wie solchen der Herr Verfasser weiter unten vorschlägt, auch jene antiquirten Gesetze t^5Q NI^NN gewürdigt und deren Verständniß der Jugend noch näher gebracht werden könne, als solches beim Lesen oder Uebersetzen der Bibel selbst immer möglich ist. Anm. d. Red.

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