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Der israelitische Volkslehrer · 1853-11-01 · Heft 11 (November 1853) · page 11

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
3 (1853)
Issue
Heft 11 (November 1853)
Date
1853-11-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Zur israelitischen Geschichte. 269 kannten sehr wohl die Quelle der Versunkenheit alles religiösen Sinnes: sie traten offen mit Heilnutteln auf. Die Einen versuchten eine geschichtliche Fortbildung der Religionsbegriffe, anknüpfend an die spätesten anerkanntem Ausdrucksformen derselben, die bis in die jüngsten Jahrhunderte sich fortentwickelten; die andern erklärten einen Rückgang auf die Zeiten des Abschlusses älterer Quellen für unerläßlich, so daß die Synagoge in ihren Bestrebungen sich in zwei Lager spaltete. In dem einen wird die Religionslehre geschichtlich behandelt, und auf allgemeine ^Grundsätze des Glaubens und der darauf sich gründenden Sittenlehre zurückgeführt, ohne daß auf äußerliche Gebräuche mehr Werth und Gewicht gelegt wird, als ihnen zugestanden werden muß, so fern sie jene stützen und befestigen; in dem andern wird ihr wesentliches Leben in der Gesetz Übung gesucht, und die Sittlichkeit als natürlicher Ertrag aus dieser gefolgert. Ein bedeutender Theil der Gemeinde bleibt außerdem diesem Kampfe fremd, und scheint die weitere Entwicklung ihrem Schicksale zu überlassen, dabei vergessend, daß er hierdurch die Kinder dem Zusammenhange mit ihrer Gemeinde entzieht und dem Zufalle preis gibt. Auf diesem Standpunkte der Religionsangelegenheiten werden die öffentlichen Volkslehrer nothwendig dazu hingedrängt, ihren Belehrungen bestimmte, klar ausgesprochene Grundlagen zu geben, und auf diesen dann weiter zu bauen. Wie diese sich gestalten werden, steht noch zu erwarten. Inzwischen erwächst dem Jugend lehr er daraus eine bedeutende Verlegenheit. Für ihn gibt es keine Partheien, er hat das jugendliche Gemüth mit einem frommen Glauben zu erfüllen, der von Meinungen unabhängig den Zweck der Religion erzielen soll. Die Quelle dieses Glaubens ist ihm nur die Bibel, ihre Auslegung sei, welche sie wolle. Aber wie ist die Bibel zu handhaben, damit die Jugend aus ihr den rechten Lebenssaft sauge? Und aus der Beantwortung dieser Frage würde sich von selbst ergeben, auf welche Weise sie die Erbauungen zu beleben und zu befruchten benutzt werden müsse.

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