Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 11 (November 1853)
- Date
- 1853-11-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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in Bezug auf ihre Lehrer. 263 eines heimlichen Grolles argwöhnet. — Endlich wirken Gemeindewahlen : e, demüthigend, oft demoralisirend und geisttödtend auf den Lehrer und dadurch verschlechternd auf die Schule ein. — Wenn der französische Ludwig sagte: „I'ewt o'est moi" (der Staat, das bin ich!), wenn jeder General behaupten kann, daß er die Armee, so kann, wohlverstanden, ohne einem gewissen Lehrerdünkel Raum zu geben, der Lehrer sagen: „die Schule, das bin ich!" Denn Alles, was den Lehrer hebt, hebt die Schule, was ihn niederdrückt, verschlechtert sie. Vor Allem ist es nun demüthigend für den Lehrer, die einzelnen Mitglieder — und die jüdischen G meindeverhältnisse sind noch so eingerichtet, daß selten ein wirklicher Schulvorstand die Sache leitet — bettelnd um ihre Stimme angehen zu müssen, bitter wahrnehmend, wie sonst das Amt den Mann, hier der Mann das Amt suchen müsse. Da sind auch oft die Mittel, um zum Ziele zu gelangen, demoralisirend, denn sie sind nicht immer die erlaubtesten und schönsten. Versprechungen, Versicherungen, ja Verbindlichkeiten ganz absonderlicher Art, werden da in Hülle und Fülle gegeben, ohne im Geringsten an deren einstige Erfüllungs - Notwendigkeit zu denkeu. Wie niederbeugend nicht blos für den Charakter, sondern auch für den Geist des Lehrers ist da die Wahrnehmung, daß sein Unterkommen nicht bedingt wird von dem Grade seines Wissens, Wollens und Könnens, nicht in Verbindung steht mit einem sittlich guten Lebenswandel, sondern lediglich von zufälligen Umständen und über seiner Macht stehenden Aeußerlichkeiten! Der sonst, bei der Hoffnung eines gerechten Avancements, so mächtige Beweggrund zur Fortbildung fällt sohin bei dem jüdischen Lehrer weg, denn Das, was er zu lernen hat, um sein Glück zu erringen, ist etwas ganz anderes, besteht nicht in innerer Tüchtigkeit, sondern in äußerlichem Gefallen und zu Gefallen leben, und hierin ist er bestrebt, Meisterschaft zu erzielen. Solches, durch Vorstehendes als nachtheilig für Schule, Gemeinde und Lehrer erwiesene Wahlverfahren muß also aufge-