Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 11 (November 1853)
- Date
- 1853-11-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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in Bezug auf ihre Lehrer. 26t gische Einsicht haben, den Befähigtesten herauszufinden, sondern auch immer das Interesse und die Zuverlässigkeit des Charakters, die von allen eigennützigen Absichten absehen läßt. Wer aber das gewöhnliche Treiben bei Mischen Wahlen, namentlich auf dem Lande, kennt, weiß, wie die Wähler in der Regel nichts weniger als Pädagogen sind — und nur Berufskenner verstehen sich auf tüchtige Berufsgenossen — wie nur zu häusig Äußerlichkeiten, bald eine angenehme Persönlichlichkeit, bald eine gesunde Leibesbeschaffenheit, bald eine Stentorstimme den Ausschlag gibt, wie der Wahlact selbst auf leichtfertige Weise, wie kaum das geringfügigste Handels-Unternehmen, abgemacht wird, oder — exsmpla sunt ockosa — wie Verwandtschaften, Rücksichten, Verpflichtungen gegen Ortsleute und Oriskinder maßgebend werden. Unbärtige Jünglinge erhalten, selbst in den besser fundirten Stellen, den Vorzug vor erfahrenen, vielleicht verheiratheten Lehrern, vor welchen letztern die jüdischen Gemeinden einen wahren Horreur empfinden, ein Ueberkommniß aus jener Zeit, wo der kinderreiche Lehrer, auch in größeren Gemeinden schlecht besoldet und auf „Mattonoth" angewiesen, der Gemeinde nur eine belästigende Bürde werden konnte, und sie dafür lieber einen „ledigen" Bacher fütterte, der in der Gemeinde „herumgehalten" wurde. — Die Wähler aber in ihrer Blindheit sehen nicht ein, wie bei jenen Jünglingen der Charakter noch nicht die gehörige Kraft und Festigkeit erlangt, das Gute noch nicht die Macht der Angewöhnung empfangen, wie sich da nur zu viele Gelegenheiten darbieten, die edeln, aber noch nicht hinlänglich befestigten Grundsätze wankend zu machen, den Eifer für die Erfüllung der Berufspflichten bei den ersten Widerwärtigkeiten herabzustimmen und so die ganze Individualität auf jener Stufe moralischer und stiger Schwäche zu .erhalten, auf welcher es nur selten geimöglich wird, sich emporzurichten; daß das Lehramt Ernst und Gemüthsruhe erfordert, die bei Jünglingen, deren Erziehung selbst noch nicht vollendet ist, und die sich auf kleineren S teilen, erst stufenmäßig vervollkommnen müssen, nicht zu finden ist. Auch wissen Lehrer, die selbst Familienväter sind, besser, was 20*