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Der israelitische Volkslehrer · 1853-10-01 · Heft 10 (Oktober 1853) · page 15

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
3 (1853)
Issue
Heft 10 (Oktober 1853)
Date
1853-10-01
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Der menschliche Geist, der Priester im Tempel. 245 Ja, beherzige es wieder, Menschensohn, wie dein Gott dich vorgezogen! —^ Auch das Thier, auch die Pflanze, auch das ungegliederte Erd- und Steinreich, Alles ist auf einander angewiesen, Alles dienet und wird bedient; denn es ist die Welt ein herrlich Ganzes. — Aber was ist wieder der große Unterschied zwischen dem Menschen und seinen Mitgeschöpfen? — Diese dienen der Welt, ohne die Welt zu kennen; der Mensch, das Licht der Erde, erkennt die Welt, erfaßt im Geiste sein Verhältnis zur Welt, er nimmt sie geistig in sich auf, sie verklärt sich in ihm und kommt in ihm zum Bewußtsein ihrer selbst. Mit seinem freien Willen greift er umgestaltend in sie ein; das Reich der Sittlichkeit oder das Reich Gottes beginnt in ihm sein heiliges Walten — NNN ptt in Wahrheit, in diesem schwachen hinfälligen Menschen ist es der Geist, der solchen Vorzug verleiht. Dieser Vorzug aber, und die damit zusammen hängenden Beziehungen und Verpflichtungen wollen erkannt, gewürdigt, erprobt sein! Wie im Menschen selbst ein Gegensatz besteht, welcher nach der Versöhnung ringt, ebenso besteht ein Gegensatz zwischen dem Menschen und der Welt, und nur in der Versöhnung, welche in der geübten Pflicht liegt/ keimt dem Menschen das wahre Glück. — Darum ist vor Allem unsere heilige Menschenpflicht, Erforschung der Welt, der Natur, der Erde, auf welcher wir wohnen; denn je tiefer wir in sie eindringen, jemehr wir von der unbewußten Natur uns bewußt werden, ist es auch nur im Ganzen ein Weniges, desto inniger werden wir uns unseres Menschenchums bewußt, desto mehr fühlen wir uns aufgefordert, in dieser herrlichen Welt als das Herrlichste uns zu bewähren, und diese Herrlichkeit nicht zu suchen in dem klügelnden Verstände, sondern in einer innigen Liebe, welche auf Erkenntniß beruhet. — Da will ich euch auf einen merkwürdigen hebräischen Sprachgebrauch aufmerksam machen, welcher, wie die heilige Sprache überhaupt, mit einem geläuterten Neligionsleben in der innigsten Beziehung steht. Die hebr. Svrache nämlich bezeichnet „erkennen" und „lieben" mit Einem Worte; „Mali" bedeutet Beides. — Denn

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