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Der israelitische Volkslehrer · 1853-10-01 · Heft 10 (Oktober 1853) · page 12

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
3 (1853)
Issue
Heft 10 (Oktober 1853)
Date
1853-10-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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242 Der Mensch im Lichte der Religion. betrachtung den wundervollen Bau der menschlichen Leibeswohnung. Ist das Thier, ist die Pflanze, ist der Krystall nicht auch wunderbar gebildet? —Ja! Aber sie wissen nichts davon' — Du allein, Menschengeist, hast Bewußtsein, hast Erkenntniß deiner selbst; du allein bist von Gott begnadigt unter allen Geschöpfen der Erde, daß du durch die Vernunft Gegenstand deines eigenen Nachdenkens werdest, daß du dir selbst gegenübertretest, um von dir selbst erkannt zu werden, in deiner Doppelnatur, in deiner Schwäche und deiner Kraft, in deiner Thierheit und deiner Engelsgestalt, in deiner Niedrigkeit und deiner Hoheit. — z,'? L> erkenne dich selbst! — Erkenne das Verhältniß zu dir selber; wisse, was du dem Leibe, erkenne, was du dem Geiste, erkenne, was du dir als Menschen schuldest! — Denn der Leib mit seinen irdischen und der Geist mit seinen höheren Ansprüchen — sie führen einen heftigen Kampf in dir, wie in jener Mutter, die zwei Söhne von so entgegengesetzter Richtung unterem Herzen trug; und wenn du fragest: N! NO^ P Ott, wenn dem so ist, warum bin ich hier? N Ntt und du nun hingehest, dich bei Gott zu befragen — da gibt die Religion dir die Antwort: 'PHIQ Ol)zweierlei Völker sind in deinem Innern, s'OX'» Ott^O Ott^l und eines will stärker sein als das andere, ^8 2^1 der ältere aber — das ist der Sinn der Sinnlichkeit, „5e2er dara", der früher sich im Menschen entwickelt, weil er aus dem leiblichen Dasein entspringt, — er soll dienen dem jüng ern, das ist der edlere Sinn, „^erliAtobk«, das höhere Streben, was erst später hervortritt, weil es im Geiste wurzelt, dessen zarte Pflanze sich erst später entfaltet; NO^O^I und doch gebührt gewiß ihm, dem gottentstammten, das Recht der Erstgeburt! — Ja, Mensch, erkenne dichl — Es wohnet in dir ein Engel und ein Teufel, die in dunkler Nacht mit einander ringen — o ermanne dich, Menschengeist, daß du Sieger werdest, daß du auf deiner Reise zum Vater alle Hindernisse kühn überwindest, welche dir entgegentreten, und dich bewährest in deiner „Jsraelsnatur", als ein Held mit Gott!—

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