Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1853)
- Date
- 1853-10-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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236 Der Mensch im Lichte der Religion. den schmücke! dch euer Mal stets so heilig und so innig und so fried- und liebevoll genossen werde, wie es heute geschah, bevor ihr hierher kämet! — Dann gilt von euch in Wahrheit das Wort der Weisen: ^Ittn Ä wer am n eun^ ten Tischri das vorbereitende Mal einnimmt, — 5s als ein Friedensmal im Kreise der gottgeeinigten Familie einnimmt — ^^xiNVNO l^D der hat so viel gethan, als habe er außer dem zehnten auch den nennten gesastet; denn die Vorbereitung am Rüsttage hat denselben Zweck wie die Feier des morgenden Tages, Frieden, Versöhnung einzuführen ins Herz, ins Haus, daß es das ganze Jahr heiße wie heute: » i^tt N7 das ist der Tisch, der vor dem Ewigen steht! — U Das, andächtige Zuhörer, sind die Herzenspflichten in der Freude.—Wir haben aber auch die Kehrseite der menschlichen Empfindungen zu beleuchten, um auch dort unsere Pflichten zu erkennen. — Das Herz in feinem Leide sei die zweite Seite, welche wir in der heutigen Betrachtung im Lichte der Religion beschauen wollen. Der heilige Sänger spricht: "Ntt ich Hab' Deine Altäre, Herr der Schaaren, ^ttl „mein König und mein Gott." Denn in der Freude, damit es vor Uebermuth bewahrt werde, — nennt das Herz den Herrn der Schaaren: „mein König", um seiner Abhängigkeit bewußt zu werden; im Leide aber, daß es nicht verzweifle, rufe es den Herrn der Welt: „mein Gott," um seines Schutzes sich sicher zu wissen. Beides, o Menschenherz, sollst du heute an diesem seltenen Abende, wo die Freude mit Gott und '15er Schmerz über unsere Fehler und Gebrechen nebeneinander wohnen, erwägen vor dem Herrn. Denn in seinem Lichte verklärt sich alle Freude und strahlet Trost nieder auf jeden Schmerz. — Und gibt es ein größeres Leid, als das uns die Sünde bereitet? wenn der Mensch seine